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Gallensteinleiden Information

Die Gallenblase ist ein birnenförmiger Sack, der dem äusseren Gallengangssystem anhängt und der Speicherung der Galleflüssigkeit dient. Die Gallenflüssigkeit enthält viele Bestandteile, die hauptsächlich der Verdauung von Fetten dienen. Bei der Nahrungsaufnahme wird die Galle durch Kontraktion der Gallenblase in den Zwölffingerdarm freigesetzt. Kommt es zur Bildung von Steinen in der Gallenblase, so spricht man von der Cholezystolithiasis (griechisch: Chole = Galle, zysto = Blase, lithos = Stein), das Vorkommen von Steinen im Gallengang wird Choledocholithiasis bezeichnet. 80% der Steine sind relativ harte, gelbe Cholesterinsteine, 20% dunkle eher weiche Pigmentsteine. Das symptomlose Vorhandensein von Steinen in der Gallenblase hat keinen Krankheitswert und sollte nicht operiert werden.

Steine können einzeln oder in großer Zahl, klein aber auch bis mehrere Zentimeter groß sein. Die Diagnose erfolgt durch eine Ultraschalluntersuchung. Besteht der Verdacht auf Gallengangssteine so werden weiterführende Untersuchungen wie Magnetresonanz, Computertomographie, ERCP durchgeführt.
Treten Symptome oder Beschwerden, die sich auf vorhandene Gallensteine zurückführen lassen auf, so spricht man von Gallensteinleiden. Die Symptomatik kann von dumpfem Druckgefühl im Oberbauch, über diffuse Schmerzen nach dem Essen bis zu kolikartigen Zuständen reichen. Die Symptome können in den Brustkorb, in den Rücken und in den Bauch ausstrahlen. Gelangen Steine aus der Gallenblase in den Gallengang kommt es gewöhnlich zu heftigen Koliken, bei Stauung der Galle durch den Stein zur Gelbsucht (Ikterus). Patienten mit Symptomen sollten rasch so behandelt werden, dass sie auf Dauer von der Erkrankung geheilt sind.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Zwei nicht-operative Methoden stehen zur Verfügung. Ihr sinnvoller Einsatz beschränkt sich allerdings nur auf sehr wenige Patienten. Erstens die Litholyse, eine Methode, bei der die Steine durch Medikamente chemisch aufgelöst werden. Das funktioniert allerdings nur bei sehr keinen Steinen, die keine Kalkanteile haben. Ein weiterer Nachteil dieser Methode ist, dass nach Absetzen der Therapie fast immer innerhalb kürzester Zeit neuerlich Steine in der Gallenblase entstehen. Zweite Möglichkeit ist die Lithotrypsie – die Steinzertrümmerung. Dies wird bei Gallengangssteinen, die wegen Voroperationen nicht erreicht werden können, angewandt. Eine generelle Anwendung dieser Methode wird wegen hoher Rezidiv- und Komplikationsraten nicht durchgeführt.
Deshalb wird heute bei Gallensteinleiden die Gallenblase operativ samt Steinen entfernt. Dies ist eine der am häufigsten durchgeführten Operationen, mit dem Vorteil, dass nach Entfernung der Gallenblase hier eine neuerliche Steinbildung nicht möglich ist. Auch in unserem Haus wird diese Operation routinemässig durchgeführt, entsprechend dem “goldenen Standard” in fast allen Fällen laparoskopisch. Als älteres Verfahren steht die konventionelle Operation mit einem Bauchschnitt zur Entfernung der Gallenblase zur Verfügung.

 

Details zur Entfernung der Gallenblase im Krankenhaus der Elisabethinen Graz finden Sie hier.

 

Prim. Univ. Doz. Dr. Georg Rosanelli
Vorstand der Abteilung für Chirurgie