Bildung als strategisches Element der Qualitätssicherung

 

In seinem Beitrag „Bildung als strategisches Element der Qualitätssicherung“ beschreibt Mag. Peter Rosegger, MBA, Leiter des elisabethinischen Wirkfelds „lernen&leben“, die Notwendigkeit von strategischem Wissensmanagement für die Zukunft von Organisationen. Der Text erschien in der Ausgabe 03/18 der Zeitschrift „Qualitas“ im Oktober 2018.

 

Bildung als strategisches Element der Qualitätssicherung

 

Bildung entscheidet über die Zukunftsfähigkeit einer Organisation und ihre gelingende Ökonomie. Deswegen ist sie allerdings nicht weniger umstritten.

 

„Was man heute wissen muss“ – mit diesem Imperativ überschrieb die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ ihre Ausgabe vom 16. August 2018. In dem damit verbundenen Artikel konstatierte Thomas Kerstan, bildungspolitischer Korrespondent der „Zeit“, die zunehmende Komplexität der globalisierten und digitalisierten Welt. Diese führe zu einem Gefühl von Chaos. Damit verband er seine Kritik an der These, heute würden nur noch ´Kompetenzen´ im Gegensatz zu ´Wissen´ erfolgversprechend sein. Thomas Kerstan schlägt demgegenüber einen Kanon verschiedener Werke als ´gemeinsamen Wissensfundus´ vor: „Er definiert, was heute von Bedeutung ist und was morgen von Bedeutung sein könnte. Er ist das Gedächtnis einer Nation und beschreibt ihr Wesen. Er ist eine Einladung an die Neuen in der Runde, sich den anderen bekannt zu machen – und wiederum ihre Geschichte zu erzählen, um Teil eines neuen Ganzen zu werden. Der Kanon, das sind wir.“

 

Strategisches Management steht vor der Herausforderung, einen Kanon des Wissens in einer Organisation für eine unbekannte Zukunft zu formulieren und normativ in die Personalentwicklung zu integrieren. Im Zentrum steht eine Haltung. Diese begreift den Mehrwert von Bildung, Kreativität und qualitätsbasierter Innovation als sinnvoll und notwendig und bringt ihn sichtbar zum Ausdruck. Es geht um „eine kognitive Wende im strategischen Denken, das sich von einer primären Orientierung an einem präskriptiven, normativen, lernunwilligen Erwartungsstil verabschiedet, um sich den nötigen Freiraum für Wissensbasierung, Lernfähigkeit und Kontextsteuerung zu schaffen.“ (Helmut Willke)

 

Der auf dieser Haltung aufbauende Kanon umfasst jene zumal interdisziplinären und teamorientierten Gebiete und Fähigkeiten, von denen man heute glaubt, dass sie auch in Zukunft gesellschaftlich relevant sind und so dazu beitragen, die Aufgaben der Organisation angemessen und nachhaltig zu erfüllen. Er kann daher nur dann adäquat und erfolgreich sein, wenn er über kurzlebige Notwendigkeiten hinaus prinzipiengeleitet ist. Gleiches gilt auch für Management im Ganzen. Prinzipien „regeln die Qualität der Aufgabenerfüllung und des Einsatzes von Werkzeugen.“ (Fredmund Malik)

 

Zukunftsorientierte Bildung als strategisches Element der Qualitätssicherung ist prinzipiengeleitet und marktorientiert. Sie ist keine Missachtung des Regelbetriebes, sondern Voraussetzung für dessen nachhaltigen Erfolg. Bildung entscheidet über die Zukunftsfähigkeit einer Organisation und ihre gelingende Ökonomie. Deswegen ist sie allerdings nicht weniger umstritten. Es ist auch heute etwa nicht allgemein einsichtig, in einer alternden Gesellschaft Ressourcen in das Thema ´Wissen um das Alter´ zu investieren, und so Innovationen zu gestalten, anstatt in den Regelbetrieb.

 

Die Elisabethinen in Österreich tragen einer solchen Haltung besonders durch das Wirkfeld „lernen&leben“ Rechnung. Es umfasst Fragen zur gesellschaftspolitischen Erwachsenenbildung, zur Ausrichtung der fachlichen Aus- und Weiterbildung und des strategischen Wissensmanagements. Diese Haltung wird besonders durch ein innovatives, ermutigendes und empathisches Engagement in einer regional verorteten Verantwortung für die Nöte der Menschen in unserer Zeit charakterisiert.