“Wovon lebe ich?”

Zu Beginn der Fastenzeit luden die Elisabethinen Graz zu einem spirituellen Impuls mit Mutter Ancilla Betting, die seit acht Jahren Administratorin im Kurhaus Marienkron ist. Die Fastenzeit als Wüstentage bewusst zu erleben, das ist der Kern dieser besonderen Zeit, so Mutter Ancilla.

Unter dem Titel „Wovon lebe ich?“ ging Mutter Ancilla einigen Fragen nach, die wir uns nicht nur in der Fastenzeit stellen sollten. „Was brauchst du? Was willst du? Was stillt deine Sehnsucht?“ All das sind Fragen, die wir nur beantworten können, wenn wir unsere innere Stille finden und ihr ganz bewusst lauschen. Die Fastenzeit ist eine Zeit erhöhter Konzentration, in der die Sehnsucht wachsen kann. Eine Zeit der Dürre, der Hochspannung zwischen Leben und Tod. Eine Zeit der Wüste. Dabei steht die Wüste auch als Sinnbild für Klarheit, Freiheit und dient als spiritueller Raum. Wir sollten uns fragen: „Was oder wer bestimmt mein Tun? Wovon kann ich leben und wovon nicht?“

Dauerhaft kann man nicht von Arbeit leben, nicht von dem, was andere denken und nicht davon, was man den Großteil des Tages macht. Die Frage nach Abhängigkeiten in unserem Leben ist ebenfalls zentral. Uns all dessen bewusst zu werden ist der erste Schritt, um uns von vielen Lasten zu befreien. Denn am Ende des Tages und am Ende des Lebens zählt eine Frage: „Wer bin ich alleine in meinem Zimmer?“ Und: Mag ich diesen Menschen, der ich alleine in meinem Zimmer, ohne Arbeit und ohne andere bin? Ein Weg durch die Fastenzeit, durch die Wüste ist so ein Weg zur eigenen Freiheit. Nach der Entscheidung diesen Weg zu gehen und uns diesen Fragen zu stellen kann Gott in unserem Zimmer Einkehr finden.