325 Jahre Elisabethinen in Graz

Die Anfänge der Elisabethinen in Graz waren mehr als beschwerlich – nach 20 Monaten Reise waren sie in der Stadt nicht willkommen und sollten wieder in ihr Heimatkloster nach Aachen zurückkehren. Doch die Frauen blieben, und setzten den Grundstein für den heutigen Konvent und das Krankenhaus. Auf diesen schwierigen Start blickten die Elisabethinen anlässlich ihres 325-Jahr-Jubiläums am 19. Oktober 2015 zurück.

„Diese Schwestern waren ordentliche, standfeste Frauen“, sagte Sr. Bonaventura Holzmann, die Generaloberin der Grazer Elisabethinen, in ihrer Begrüßung über ihre Vorgängerinnen. Dieser Geist des Durchhaltens sei in den letzten 325 Jahren immer wieder spürbar gewesen. „Die große Familie der Elisabethinen, sowohl die geistlichen Schwestern als auch die Mitarbeitenden im Krankenhaus, musste in den Jahrhunderten mehrere harte Prüfungen überstehen. Aber sie alle haben an dem gemeinsamen Werk festgehalten und weitergebaut“, so Sr. Bonaventura. Das Jubiläum feierten zahlreiche Vertreter der Ordensgemeinschaften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses, Freunde der Elisabethinen und viele Ehrengäste mit den Schwestern. Unter ihnen waren Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl, Landeshauptmann a.D. Waltraud Klasnic und Franz Küberl, Direktor der Caritas Graz-Seckau.

Als Auftakt der Veranstaltung unternahm die Theologin Dr. Martina Kreidler-Kos mit dem Publikum einen Streifzug durch die Geschichte. Sie schilderte das Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen und der Frauen, die ihrem Beispiel folgten: Apollonia Radermecher, die 1622 den Orden der Elisabethinen gründete, und die drei Gründungsschwestern der Grazer Elisabethinen – Maria Clara Haß, Maria Josepha de Rupe und Maria Anna Vettweiß. „Diese Frauen haben alle gemeinsam, dass sich ihre Wege nie einfach gestalteten, sondern dass immer und immer wieder Schwierigkeiten vor ihnen lagen“, so Kreidler-Kos in ihrem Vortrag. „Sie mussten risikofreudig sein und einen langen Atem haben. Das erinnert an die Geschichte Gottes auf Erden.“

Nach dem Vortrag konnten die Gäste noch einen tatsächlichen Blick in die Vergangenheit werfen. Im Hof des Konvents der Grazer Elisabethinen ist eine Steinplatte in den Boden eingelassen, die der Überlieferung nach früher ein Tisch war, an dem die ersten Schwestern gemeinsam gegessen haben. Nirgends sonst ist die 325-jährige Geschichte des Klosters und Krankenhauses so spürbar wie an diesem Ort.

Den Abschluss des Jubiläums bildete der Festgottesdienst, den Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl mit den Gästen feierte. Auch er brachte in seiner Predigt seine Bewunderung für die Gründungsschwestern zum Ausdruck: „Die Schwestern verloren während der anfänglichen Schwierigkeiten in Graz nicht den Mut, sondern hatten Vertrauen. Sie vertrauten darauf, früher oder später ein erfülltes Leben zu haben. Von diesem Vertrauen können wir uns alle etwas abschauen.“

Fotos von der Veranstaltung finden Sie hier. Die Predigt von Bischof Krautwaschl können Sie hier nachlesen.



Teilen |



Zurück