Abteilung für Chirurgie

Abteilungen

Abteilung für Chirurgie

Abteilungen

+43 (0)316 7063-1590

Herzlich Willkommen

Wir arbeiten professionell an der Gesundheitsversorgung in der Steiermark mit.

Das Leistungsspektrum der chirurgischen Abteilung deckt die gesamte Allgemeinchirurgie ab. Besonders spezialisiert sind die ChirurgInnen auf dem Sektor der laparoskopischen Chirurgie ("Knopflochchirurgie") mit über 1.000 laparoskopischen Eingriffen jährlich.
Schwerpunkte liegen unter anderem in der bariatrischen Chirurgie, der onkologischen Chirurgie und der chirurgisch interventionellen Therapie der Refluxkrankheit.

Laparoskopische Chirurgie

Für die PatientInnen bedeutet ein laparoskopischer Eingriff geringere Schmerzen, kleinere Narben und eine raschere Erholung.

Bariatrische Chirurgie

Das OP-Spektrum für PatientInnen mit Fettleibigkeit umfasst den Omega-Loop, die Sleeve Gastrektomie und den Magenbypass.

Thorakale Sympathektomie

Ein endoskopischer chirurgischer Eingriff hilft dabei, übermäßiges Händeschwitzen einzudämmen.

Alle Leistungen der Abteilung für Chirurgie

Bariatrische Chirurgie

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass für PatientInnen mit krankhafter Adipositas der chirurgische Eingriff die effektivste Form der Langzeitbehandlung darstellt. Lebensbedrohliche Komplikationen und Folgeerscheinungen chronischer Fettleibigkeit können dadurch behandelt oder vermieden werden.

Die Bariatrische Chirurgie bildet einen weiteren Leistungsschwerpunkt der Abteilung für Chirurgie im Krankenhaus der Elisabethinen. Etwa 12-15% aller jährlich erbrachten chirurgischen Interventionen (MEL) an der Abteilung sind bariatrische Operationen (Operationen bei Fettleibigkeit).

Mit einer jährlichen Frequenz über 135 Eingriffen zählt die Abteilung auf diesem Gebiet zu den führenden Häusern in Österreich. Damit werden auch die seitens der Österreichischen Gesellschaft für Adipositaschirurgie (ÖGAC) abgegebenen Empfehlungen in Bezug auf die Mindestmengen an bariatrischen Eingriffen pro durchführendem Arzt und Zentrum mehrfach übertroffen.

Das angebotene OP-Spektrum umfasst:

  • Omega loop/Minibypass
  • Sleeve Gastrektomie
  • Magenbypass und Gastric Banding

Gemäß den Empfehlungen der Fachgesellschaft wurden die Eingriffe zu 100% laparoskopisch durchgeführt.

2016 wurde der One-Anastomosis-Gastric-Bypass (OAGB) als alternative OP-Technik des Magenbypass eingeführt (Synonyme: Omega-Loop, Mini-Bypass)

Die Abteilung für Chirurgie ist ein Zentrum für Adipositas- und Metabolische Chirurgie.

Selbsthilfegruppe für Adipositas PatientInnen

Adipositas-PatientInnen können jeweils am zweiten Dienstag im Monat eine Selbsthilfegruppe besuchen. Außerdem pflegt die Abteilung enge Kooperationen mit den die PatientInnen betreuenden ÄrztInnen im niedergelassenen Bereich, da die nach dem Eingriff erforderlichen Nachkontrollen (z.B. Labor) außerhalb des Krankenhauses erfolgen müssen.

Divertikulose

Hintergrundinformationen zur Divertikulose und zur konservativen Behandlung finden Sie hier.

Der Dickdarm ist ein sogenanntes Hohlorgan, bildlich gesprochen ein Schlauch von etwa 150 cm Länge. Seine Aufgaben sind die Rückaufnahme von Wasser und Salzen, sowie die Speicherung und der Weitertransport von Stuhl. Neben dem Dickdarmkarzinom, das zu den häufigsten Karzinomen zählt (bei Blut am Stuhl oder Änderung des Stuhlverhaltens unbedingt den Darm untersuchen lassen) ist die Divertikulose eine Veränderung des Darms, die mehr als 50% der Menschen betrifft. Allerdings haben mehr als 80% der Divertikelträger niemals Beschwerden, die Veränderung hat dann auch keinen Krankheitswert und wird daher auch nicht behandelt.

Als Ursache der Entstehung von Darmwandausstülpungen, den sog. Divertikel wird eine angeborene Gewebsschwäche sowie faser- und schlackstoffarme Ernährung diskutiert.

Kommt es zu einer Entzündung der Divertikel, genannt Divertikulitis, äußert sich dies meist in starken Schmerzen im linken Unterbauch. Wenn die Entzündung nicht zu Komplikationen wie einem Abszess oder zur Bauchfellentzündung führt, wird diese Erkrankung primär konservativ - mit Medikamenten behandelt. Bei Patienten unter 40 Jahren sollte nach dem ersten, bei älteren Patienten nach dem zweiten Entzündungsschub die Entfernung des divertikeltragenden Darmabschnittes erfolgen, um möglichst weitere Komplikationen zu vermeiden.

Es gibt heute im wesentlichen zwei Operationsmethoden, die laparoskopische und die offene Resektion. In unserer Abteilung für Chirurgie wird die laparoskopische Operation routinemäßig durchgeführt, sie hat den Vorteil der geringeren Schmerzbelastung, kleinere Narben und kürzerer Krankenhausaufenthalt.

 

Operative Verfahren

Durch den Fortschritt in der operativen Therapie kann die Entfernung des divertikeltragenden Darmanteils, ähnlich wie bei der Gallenblasenentfernung, mittlerweile bei der Mehrzahl der Patienten minimal invasiv - laparoskopisch - durchgeführt werden. Dies bedeutet für den Patienten einen kürzeren stationären Aufenthalt, weniger Narben, weniger Schmerzen und weniger Verwachsungsbeschwerden.

Die laparoskopische Resektion des divertikeltragenden Darmteils erfolgt über 4 bis 5 kleine Hautschnitte, der Darm wird ohne künstlichen Ausgang wieder End zu End aneinandergenäht. Meist wird ein Kunststoffschlauch über einen dieser Hautschnitte zur Drainage des Wundsekrets eingelegt, der nach wenigen Tagen entfernt wird.

Im Notfall (freier Darmdurchbruch, Bauchfelloperation, Darmverschluss) besteht immer die Notwendigkeit (Indikation) zur Operation, in diesen Fällen wird fast immer die Operation durch einen Bauchschnitt nötig. Häufig muss in diesem Fall vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, der jedoch nach einiger Zeit wieder zurückverlegt werden kann. Zudem besteht in einem solchen Fall eine akute Lebensgefahr, so dass gerade bei immer wieder auftretenden Divertikelentzündungen rechtzeitig über eine mögliche Operation nachgedacht werden sollte.

 

Ablauf der Operation

In Vollnarkose wird bei der laparoskopischen Operation die Bauchhöhle mit Kohlendioxidgas gefüllt. Über kleine Einstiche werden eine Mini-Videokamera und die Operationsinstrumente eingebracht. Die Bilder der Kamera werden auf einen Bildschirm übertragen.

Der Darm wird von der seitlichen Bauchwand gelöst, die den Darm versorgenden Blutgefäße werden unterbunden. Dann wird der Darm am Beckenboden mit einer Klammernahtmaschiene abgeschnitten, der erkrankte Darmabschnitt entfernt und der Darm durch das Einführen einer neuerlichen Klammermaschiene aneinandergefügt. Nach der Kontrolle, ob die Nahtreihe dicht ist, wird ein Kunststoffschlauch zur Drainage des Wundsekrets eingelegt. Das Gas wird abgelassen und die Hautwunden vernäht. Die Operationsdauer beträgt durchschnittlich 90 Minuten.

Bei der offenen Operation wird die Bauchhöhle in der Mittellinie eröffnet, der Darm im wesentlichen in der gleichen Art entfernt. Die Naht des Darmes erfolgt allerdings meist mittels Handnaht. Der Verschluss der Bauchdecke ist wesentlich aufwendiger, die Bauchdecke muss schichtweise verschlossen werden.

 

Stationärer Aufenthalt

Patienten, die zu einer geplanten Operation kommen, sind meist vollkommen abgeklärt. Am Aufnahmetag wird jeder Patient vom Stationsarzt untersucht, ausständige Untersuchungen werden soweit möglich am selben Tag durchgeführt. Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Operateur wird die Operation für den nächsten Tag geplant. Auch der Narkosearzt bespricht mit dem Patienten die anstehende Narkose.

Zur Operationsvorbereitung muss der Darm gut entleert werden.
Nach der Operation werden die Patienten für einen Tag auf der Intensivstation überwacht. Bei normalem Verlauf können laparoskopisch operierte Patienten am nächsten Tag mit dem Essen beginnen, bei offen operierten dauert das etwas länger. Mittels klinischer und Laboruntersuchung wird der postoperative Verlauf überwacht. Bei unauffälligem Verlauf können die Patienten eine Woche postoperativ entlassen werden.

 

Nachsorge

Nach der laparoskopischen Resektion wird eine körperliche Schonung für 3 Wochen empfohlen. Nach dieser Zeit sind auch die inneren Wunden soweit verheilt, dass jede körperliche Aktivität wieder voll ausgeführt werden kann. Nach der offenen Operation sollte eine körperliche Belastung 8 bis 12 Wochen vermieden werden, um nicht die Entstehung eines Narbenbruchs zu verursachen. In der unmittelbar postoperativen Phase sollte eine leicht verdauliche Kost gewählt werden, auf Dauer empfiehlt sich die schlackenreiche Ernährung (z.B. Weizenkleie) und eventuell Quellstoffe bei sonst ausgewogener Ernährung.

 

Gallensteinleiden

Hintergrundinformationen zum Gallensteinleiden finden Sie hier.

 

Das Gallensteinleiden, auch Cholelithiasis genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Verdauungstraktes. In den westlichen Industrieländern entwickeln fast 40% der Erwachsenen Gallensteine. Frauen sind öfter betroffen, ebenso nimmt die Zahl der Gallensteinträger im Alter zu. Zu den Risikofaktoren für die Erkrankung zählen vor allem familiäre Faktoren, die Ernährung, Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin). Symptomlose Gallensteine haben keinen Krankheitswert und müssen daher auch nicht behandelt werden. Nur etwa 20% der Betroffenen klagen über Beschwerden. Typisches Symptom des Gallensteinleidens ist die Gallenkolik. Sie äußert sich durch heftige, krampfartige, rechtsseitige Oberbauchschmerzen, die wellenartig wiederkehren und von Übelkeit begleitet sein können. Die Diagnose erfolgt durch eine Ultraschalluntersuchung. Besteht der Verdacht auf Gallengangssteine so werden weiterführende Untersuchungen wie Magnetresonanz, Computertomographie, ERCP durchgeführt.

Hat die/der Patient/in Beschwerden so besteht die Standardtherapie in der operativen Entfernung der Gallenblase (=Cholezystektomie). Der Eingriff wird heute in fast allen Fällen laparoskopisch (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. Die Vorteile der laparoskopischen gegenüber der offene Operation sind nicht nur der kleine Zugang mit gutem kosmetischem Ergebnis, sondern auch die schnellere Genesung mit weniger Schmerzen.

 

Ablauf der Operation

Beide Operationsverfahren werden in Vollnarkose durchgeführt. Bei der laparoskopischen Operation wird über vier kleine Hautschnitte zuerst die Bauchhöhle mit Kohlendioxidgas gefüllt. Über eine Minivideokamera wird mit kleinsten Instrumenten die Gallenblase aus der Leber ausgeschält und mit den Steinen entfernt. Der Verbindungsgang zum Hauptgallengang wird mit einer Klammer verschlossen. In manchen Fällen wird zur Drainage des Wundsekrets ein Kunststoffschlauch für einen Tag eingelegt. Anschließend wird das Gas abgelassen und die Hautwunden vernäht. Die Operation dauert ungefähr 30 Minuten.

Als neue Operationstechnik wird jetzt auch die SILS (single incision laparoscopic cholecystectomy) angewandt. Hierbei wird nur mehr ein kleiner Schnitt am Nabel gesetzt und über diesen die Gallenblase entfernt. Dadurch ist keine Operationsnarbe mehr sichtbar.

Bei der konventionellen Operation wird über einen Bauchschnitt entlang des rechten Rippenbogens ebenfalls die Gallenblase nach Unterbinden des Verbindungsganges entfernt. Der Wundverschluss wird in mehreren Schichten durchgeführt.

 

Nachbehandlung

Nach der laparoskopischen Operation kann der Patient/die Patientin am selben Tag nach sechs Stunden trinken und aufstehen. Am nächsten Tag erhält er breiige und am 2. Tag Normalkost. Die meisten Patienten werden am 3. Tag entlassen. Im weiteren sollte für zwei Wochen eine leichte eher fettarme Diät eingehalten werden, danach kann alles normal gegessen werden. Für 14 Tage ab Operation sollte körperliche Schonung eingehalten werden.

Bei der konventionellen Operation ist die postoperative Erholungsphase verlängert, der Essensaufbau wird über 3 Tage durchgeführt und der stationärer Aufenthalt ist ungefähr eine Woche. Eine körperliche Schonung muss zumindest 6 Wochen eingehalten werden.

Gastroenterologische Untersuchungseinheit

ERCP

  • diagnostisch
  • interventionell (Papillotomie etc.)

 

Coloskopie  (sanft in Kurzzeitsedierung)

  • diagnostisch
  • interventionell (Biopsie, Polypektomie, Hämostase, Dilatation)

 

Proktoskopie

  • diagnostisch
  • interventionell (Gummibandligatur etc.)

 

Inkontinenzabklärung

  • diagnostisch (Analmanometrie etc.)

Hämorrhoidalleiden

Das Hämorrhoidalleiden gehört zu den häufigsten Leiden der westlichen zivilisierten Welt. Untersuchungen ergaben, dass etwa die Hälfte aller 50-jährigen Menschen bereits einmal Erfahrung mit diesem Leiden hatten.

 

Einteilung der Hämorrhoiden

  • Stadium I:  ausgeprägte Hämorrhoidenzone auf Höhe der Linea dentata. In diesem Stadium treten jedoch nur gelegentlich Beschwerden wie Blutungen oder Schmerzen auf.
  • Stadium II:  Prolaps(Vorfall der Hämorrhoiden) mit Spontanreposition. Symptome: Blutung, Prolaps, Juckreiz, etc.
  • Stadium III:  Prolaps mit erforderlicher digitaler Reposition.
  • Stadium IV:  Irreponibler Analprolaps mit oder ohne Incarzeration Einklemmung.

 

  • Perianale Thrombose:  zu unterscheiden von inneren Hämorrhoiden. Hier handelt es sich um eine spontan auftretende schmerzhafte Schwellung im Bereich des Anus. Dabei kommt es im venösen perianalen Plexus zu einer Thrombose. Behandlung: chirurgische Excision führt am schnellsten zur Schmerzlinderung, alternativ schmerzstillende, abschwellende lokale Therpie.

Für die Behandlung stehen sowohl konservative, als auch operative Maßnahmen zur Verfügung.

Hämorrhoiden des Stadium I, bedürfen meist nur einer konservativen Therapie wie Eichenrindensitzbäder, Hämorrhoidenzäpfchen oder Salben, orale Einnahme von Flavonoiden etc.

Hämorrhoiden des Stadium II, lassen sich häufig mit einer oder mehreren Gummibandligaturen nach Barron beheben. Alternativ stehen Sklerosierung und Infrarotkoagulation zur Verfügung

III.-gradige Hämorrhoiden werden nach verschiedenen Methoden operiert. Zum einen mit der Operationsmethode nach Longo, bei der etwa 3-4 cm oberhalb der so genannten Linea dentata ein etwa 2 cm breiter SH-Ring entfernt und die Schleimhautränder mit Klammernähten adaptiert werden, was zu einer Drosselung der Blutzufuhr zum Hämorrhoidalplexus führt. Nebeneffekt ist das Liften der Hämorrhoidalzone und somit unmittelbare Verkleinerung der Hämorrhoiden. Eine weitere effektive Methode stellt das Verfahren der THD-Methode dar (Transanal Hämorrhoidal Dearterialisation) nach DAL-Monte. Hierbei werden die zum Plexus hämorrhoidalis führenden Arterienäste mittels Ultraschallgerät gezielt geortet, umstochen und unterbunden. Prolabierte Knoten werden durch Raffnähte in den Analkanal zurückverlagert. All diese Verfahren werden im nicht sensibel versorgten Bereich der Rektumampulle angewandt und sind daher sehr schmerzarme Methoden.

Beide Operationsmethoden werden in Kreuzstich bzw. Maskennarkose durchgeführt, sind in der Regel nahezu schmerzlos bzw. schmerzarm und erfordern lediglich einen stationären Aufenthalt von 1-3 Tagen.

Hämorrhoiden IV. Grades können zwar in manchen Fällen ebenfalls nach Longo oder DAL-Monte operiert werden, meist jedoch kommt hier aber die Hämorrhoidektomie nach Milligan Morgan in Betracht.

Laparoskopische Chirurgie

Der Benefit minimalinvasiver Eingriffe konnte durch zahlreiche Studien belegt werden. Dieser zeigt sich in einer geringeren postoperativen Schmerzbelastung, kleineren Narben sowie einer rascheren Rekonvaleszenz der PatientInnen. Zusätzlich ist das Risiko einer postoperativen Wundinfektion und dem Entstehen von Narbenhernien geringer. Durch den Anspruch, Operationen so schonend wie möglich durchzuführen, wurden weitere technische Entwicklungen des Verfahrens vorangetrieben.

An der Abteilung für Chirurgie haben sich die MitarbeiterInnen sehr früh in der Technik des laparoskopischen Operierens qualifiziert. Bei gegebener Indikationsstellung wird der laparoskopischen Technik der Vorzug gegeben. Daher ist diese Abteilung mit über 1000 laparoskopischen Eingriffen pro Jahr führend in ganz Österreich. Eingriffe wie eine Fundoplikatio (= Operation zur Behandlung einer Refluxösophagistis oder einer Hiatushernie), bariatrische Eingriffe und Gallenblasenentfernungen werden fast ausschließlich mit der gewebeschonenden laparoskopischen Technik durchgeführt.

Leistenbruch

Hintergrundinformationen zu Leistenbruch (Leistenhernie), zu den Symptomen und der Diagnose finden Sie hier.

Ein Bruch (eine Hernie) ist definiert als Ausstülpung des Bauchfells durch eine bestehende oder sekundär entstandene Lücke in der Bauchwand. In den Bruch können ständig oder zeitweilig Bauchorgane verlagert sein. Ein Bruch entsteht im Erwachsenenalter durch starke Belastung des Bauchraumes und eine Abnahme der Festigkeit des Bindegewebes.

 

Operation

Ist der Patient in einem guten Allgemeinzustand, sollte jeder Bruch operiert werden, um einer Einklemmung zuvorzukommen. Der Eingriff kann längerfristig geplant werden, bei Vorliegen anderer Erkrankungen kann der Patient entsprechend vorbereitet und das Operationsrisiko somit minimiert werden.

Die inkarzerierte (eingeklemmte) Hernie stellt eine absolute dringliche Operationsindikation dar.

Die Leistenhernie wird heute über zwei Zugangswege operiert, laparoskopisch (Knopfloch) oder konventionell über einen Schnitt in der Leiste.

Die Therapie der Wahl bei Rezidivhernien, beidseitigen Hernien, bei Sportlern und Schwerarbeitern ist die laparoskopische Sanierung. Aber auch bei der primären Leistenhernie und bei der Schenkelhernie (Femoralhernie) bietet diese Technik Vorteile: kürzerer Krankenhausaufenthalt, geringer postoperativer Schmerzmittelbedarf, Rezidivhäufigkeit bei 2%. Einen weiteren wesentlichen Vorteil stellt die frühe volle Belastbarkeit bereits 14 Tage nach laparoskopischer Operation dar. Diese Operation kann allerdings nur in Vollnarkose durchgeführt werden.

Zunehmender Diskussionspunkt ist der Langzeitschmerz nach Leistenhernienreperation. Bis zu 4% der konventionell operierten Patienten geben nach einem Jahr starke Schmerzen im Operationsgebiet an. Auch hier scheint die laparoskopische Technik überlegen zu sein, vor allem, da bei kleinen Hernien keine Netzfixierung oder eine Fixierung mit einem Kleber ausreicht.

An unserer Abteilung werden jährlich 350 - 400 Leistenhernien operiert.  85% werden laparoskopisch verschlossen. Bei der Operation wird der transperitoneale Weg gewählt. Wesentlich ist die weite Überlappung der Brucklücke, um ein Rezidiv zu vermeiden. Wir verwenden deshalb ein 10 x 15 cm großes Netz.

Konventionell wird die Leistenhernie durch einen Schnitt in der Leiste, der in lokaler, Lumbal- (Kreuzstich) oder Allgemeinnarkose durchgeführt wird, operiert. Hierbei wird die muskuläre Lücke verschlossen, meist spannungsfrei mit einem Netz verstärkt.

Mammachirurgie

Hintergrundinformationen zu Brustkrebs finden Sie hier.

 

Therapieentscheidung

Wie für jede Krebserkrankung muss auch beim Brustkrebs die Therapie für jede einzelne Patientin, ihrem Tumortyp und Tumorstadium entsprechend, durch ein Tumorboard festgelegt werden. Das Tumorboard ist ein Gremium aus Spezialisten zur Behandlung einer bösartigen Erkrankung. Beim Mammakarzinom gehören diesem Board die Fachdisziplinen Chirurgie, Innere Medizin, Onkologie, Pathologie, Radiologie und Psychoonkologie an. Auch am Krankenhaus der Elisabethinen ist ein Tumorboard, welches einmal in der Woche tagt, installiert, durch das der individuelle Therapieplan für jede(n) Krebspatienten/in festgelegt wird.

Dr Therapieplan ist abhängig von der Größe des Tumors in der Brust, ob Lymphknoten in der Achselhöhle befallen sind und von den biologischen Eigenschaften der Tumorzellen. Vor Erstellung des Therapieplans wird daher eine Feinnadelbiopsie des Tumors und eine anschließende histologische Untersuchung durchgeführt. Die Kenntnis dieser Merkmale ist Voraussetzung für eine individuell angepasste Behandlungsplanung.

Die Feinnadelpunktion wird unter lokaler Betäubung durchgeführt und in der Regel als kaum schmerzhaft beschrieben.
Im Tumorboard wird festgelegt ob eine neoadjuvante (der Operation vorgezogene) Therapie (meist Chemotherapie) erfolgen sollte. Der Therapieplan wird mit der Patientin/mit dem Patienten besprochen.

Wichtigstes Kriterium der Operation ist, den Tumor lokal im Gesunden aus der Brust zu entfernen. Bei ca. 70% der Frauen muss heute die Brust nicht mehr total entfernt werden, es kann also brusterhaltend operiert werden. Hierbei wird der Tumor mit einem gesunden Gewebssaum entfernt. Kleine, nicht tastbare Veränderungen werden vor der Operation markiert. Bei größeren Tumoren kann durch eine der Operation vorgezogene Chemotherapie eine Tumorverkleinerung erreicht und dann eine Brusterhaltung durchgeführt werden. Die Brusterhaltung hat die gleiche Prognose wie die Totaloperation.

Weiters muss ein Befund der Achsellymphknoten erhoben werden, erstens um die richtige Therapie festlegen zu können, aber auch um bei befallenen Lymphknoten womöglich ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Hierzu wird heute bei klinisch negativen Lymphknoten, d.h. dass die Lymphknoten im Ultraschall und im Tastbefund nicht vergrößert sind, nur der Wächterlymphknoten entfernt.

 

Nachbehandlung

Strahlentherapie: Nach jeder brusterhaltenden Operation ist eine Bestrahlung über mehrere Wochen notwendig, um das Risiko eines neuerlichen Auftretens des Tumors in der Brust zu senken.
Medikamentöse Therapie: Die meisten PatientInnen erhalten nach der Operation eine medikamentöse Therapie mit tumorzellwachstumshemmenden Medikamenten. Ob es sich um eine anschließende Chemo- und/oder Hormontherapie handelt, hängt von mehreren Faktoren wie Alter, Menopausenstatus und histologischer Untersuchung des Tumors, Tumordurchmesser, Lymphknotenbefall, Grading, Rezeptoren, etc. ab.

 

Nachsorge

Nach Abschluss der Nachbehandlung werden alle PatientInnen in den ersten drei Jahren in drei monatlichen, danach in halbjährlichen und ab dem fünften Jahr in jährlichen Abständen kontrolliert. Im Rahmen der Nachsorge sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen geplant, die vom behandelnden Arzt genau vorgeschrieben werden.

 

Wiederaufbau der Brust

Falls die ganze Brust entfernt werden musste (Mastektomie), kann mit unterschiedlichen Techniken - körpereigenes Gewebe oder Silikonimplantat - ein Wiederaufbau (Brustrekonstruktion) durchgeführt werden. Vorgezogen wird heute körpereigenes Gewebe, wobei im wesentlichen zwei Methoden angewandt werden. Die Verschiebung des Rückenmuskels und der freie Transfer eines Bauchmuskels, beide mit Unterhautfettgewebe und Haut. In den meisten Fällen ist hier kein Silikonimplantat notwendig. Im Falle eines Silikonimplantats wird sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt provisorisch ein Kunststoffbeutel eingelegt, der zur Dehnung der Haut zunehmend mit Kochsalzlösung aufgefüllt wird. Wenn ein ausreichender Hautmantel geschaffen ist, wird er gegen ein Silikonimplantat ausgetauscht. Dann kann auch die Brustwarze rekonstruiert werden.

Refluxkrankheit

Hintergrundinformationen zur Refluxkrankheit, ihren Symptomen, der Diagnose und der konventionellen Therapie finden Sie hier.

 

Konservative Behandlungsmethoden

Die Gastro-Ösophageale-Refluxkrankheit (GERD) stellt in den westlichen Industrieländern die häufigste Erkrankung des oberen Magen-Darmtraktes dar.
Nach primären Maßnahmen wie der Umstellung des Lebensstils (Essgewohnheiten, Kaffee- und Alkoholkonsum, etc.) stellt die medikamentöse Behandlung mit Protonenpumpenblockern und H2-Antagonisten die konservative Behandlungsmethode und die laparoskopische Fundoplikatio den chirurgischen Therapieansatz der GERD dar.

Zur Abklärung, ob eine chirurgische Intervention therapeutischen Nutzen bringen kann ist, aufgrund der ebenfalls guten Erfolge der medikamentösen Therapie, eine exakte präoperative Diagnostik unabdingbar. Dazu werden als Entscheidungsgrundlage im Vorfeld eine Gastroskopie, pH-Metrie und Ösophagomanometrie durchgeführt. Details zur Diagnostik finden Sie hier.

 

Fundoplicatio

Im Gegensatz zur medikamentösen Therapie stellt die Operation (laparoskopische Fundoplicatio) eine wirksame Ursachenbekämpfung dar. Die Antirefluxbarriere wird wieder hergestellt. Die Operation nennt man Fundoplicatio, die heute laparoskopisch, das heißt als Knopflochchirurgie, durchgeführt wird. Die Operationsmethode der Fundoplicatio ist über 100 Jahre alt und wurde im Laufe der Jahrzehnte modifiziert und verbessert, wobei sich vor allem die Chirurgen Nissen und Toupet sich bei der Entwicklung der Op-Technik einen verdient gemacht haben. Durch den Fortschritt der laparoskopischen Chirurgie (Knopflochchirurgie) erlebte die Fundoplicatio eine Renaissance und wird aufgrund der deutlich zunehmenden Anzahl an refluxkranken Patienten, heute wieder oftmals erfolgreich, weltweit eingesetzt.

 

Technik der Fundoplicatio

Mittels fünf kleiner, knapp 1 cm langer Hautschnitte am Bauch, werden fünf Laparoskopieinstrumente (Sonden) unter Vollnarkose in den Bauch eingebracht. Ein kleiner Teil des Magens wird freipräpariert mit welchem eine Manschette wie eine Krawatte, entweder vollständig oder zu ¾ um die Speiseröhre geschlungen und somit der Speiseröhrenschließmuskel verstärkt und so wieder eine wirksame Antirefluxbarriere geschaffen wird. Gleichzeitig erfolgt der Verschluss des Zwerchfellbruches mit Nähten oder selben bei großen Hiatushernien mittels eingebrachter Kunststoffnetze. Die Dauer einer solchen Operation beträgt ca. eine Stunde.
In einem Expertentreffen von Chirurgen und Internisten wird festgelegt, ob einem Refluxpatienten zur Operation geraten wird.

 

Ergebnisse

Bei ausreichender Erfahrung werden exzellente Ergebnisse erzielt. Eine Zufriedenheit der operierten Patienten zwischen 90 und 95 % ist obligat. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass mindestens 50 Antirefluxoperationen pro Jahr in einem Zentrum für laparoskopische Chirurgie vorgenommen werden müssen. Diese Anzahl wird im Krankenhaus der Elisabethinen in Graz seit Jahren bei weitem übertroffen.

 

Nachsorge

Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. 5-7 Tage. Nach der Operation erfolgt für die Dauer einer Nacht die Beobachtung an unserer Intensivstation, am ersten postoperativen Tag die Rückübernahme auf die chirurgische Bettenstation. Refluxbeschwerden treten ab der durchgeführten Operation nicht mehr auf! Es wird sorgfältiger Kostaufbau betrieben, die Gabe eines Protonenpumpenhemmers für einen Monat wird grundsätzlich empfohlen. Eine Nahtentfernung ist nicht notwendig. Nach Entlassung in häusliche Pflege, empfehlen wir noch körperliche Schonung für 2-3 Wochen. Durch die Operation wird, wie oben erwähnt, wieder eine wirksame Antirefluxbarriere geschaffen. Gemeinsam mit der Schwellung des Op-Gebietes (Speiseröhre, Magen) kann es nach der Operation zu geringen Schluckbeschwerden kommen, die sich nach wenigen Wochen wieder geben. In dieser Zeit empfehlen wir den Patientinnen, langsam zu essen.

In seltenen Fällen kann es postoperativ zur Dysphagie, d.h. zu erschwerten Schluckstörungen, bedingt durch eine Verengung kommen. Hierauf kann eine gastroskopische Bougierung der Engstelle (aufdehnen mittels Ballon) im Rahmen einer Gastroskopie unter Verwendung eines Betäubungsmittels oder auch eine Revisionsoperation, um die Manschette weiter zu machen, erforderlich sein. Weitere sehr seltene schwere Komplikationen, die eventuelle Erweiterung der Operation oder einen weiteren Eingriff notwendig machen, stellen zum Beispiel Verletzungen von Nachbarorganen, Blutungen, Pneumothorax (Zusammenfallen der Lunge), Infektionen, Verletzungen der Vargusnerven, Verrutschen der Manschette dar. Am Anfang kann es nach der Operation zum Auftreten von vermehrten Blähungen und weichen Stuhlgängen kommen.

Das Wiederauftreten von Refluxbeschwerden ist nicht ausgeschlossen, aber sehr selten. Dieses kann medikamentös mittels PPI erfolgreich therapiert werden, wobei allerdings wesentlich geringere Dosierungen notwendig sind, als bei Patienten ohne vorherige Fundoplicatio.

 

Zusammenfassung

Die Operation der Refluxkrankheit stellt heute in der Hand des erfahrenen Chirurgen nach seriöser Abklärung eine wirksame und komplikationsarme Möglichkeit dar, die Lebensqualität der unter Sodbrennen leidenden Patienten drastisch zu verbessern und den Reflux zu heilen.

 

Thorakale Sympathektomie (ETS)

Hintergrundinformationen zur Hyperhidrose und zu den konventionellen Behandlungsmethoden finden Sie hier.

Seit 2016 ist die endoskopische transthorakale Sympathektomie im Krankenhaus der Elisabethinen etabliert. Dabei wird thoracoskopisch ein Teil des Grenzstranges reseziert. Es erfolgen drei kleine Einschnitte im Brustbereich – endoskopisch wird der zuständige Nervenstrang, der sogenannte Sympathikus, durchtrennt bzw. entfernt.

Diese Operation wird bei ausgeprägter palmarer Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen an den Händen) erfolgreich eingesetzt. 
In über 90 Prozent der Fälle ist die ETS dauerhaft erfolgreich und das Schwitzen an den Händen wird dadurch stark vermindert.

 

Der stationäre Aufenthalt

Die Patienten kommen an unsere Hyperhidrose-Ambulanz, wo ein ausführliches Anamnesegespräch erfolgt. Wird eine chirurgische Intervention als sinnvoll angesehen,  wird ein Aufnahmetermin vereinbart. Der/Die PatientIn kommt am Tag vor der Operation zur stationären Aufnahme, am nächsten Tag führen wir die Operation an der ersten Seite durch. 2 Tage später wird die 2. Seite operiert und einen Tag später erfolgt die Entlassung.

 

Komplikationen sind selten. Postoperativ kommt es zum Auftreten von Brustschmerzen bedingt durch die Thorakoskopie, welche mit Analgetika beherrschbar sind.
Durch das Beenden des Schwitzens an den Handflächen tritt häufig ein sogenanntes kompensatorisches Schwitzen auf, das heißt es kommt zu vermehrtem Schwitzen an anderen Körperregionen, wie am Stamm. Allerdings nehmen die Patienten dies für trockene Hände gerne in Kauf. Komplikationen wie Nachblutung, Horner-Trias, Infektionen oder auch Rückfälle der Palmarhyperhidrose sind selten.
Bei entsprechender Abklärung bzw. Anamneseerhebung und passender Indikationsstellung stellt die endoskopische Sympathektomie eine erfolgreiche und schonende Möglichkeit dar, die Palmarhyperhidrose zu behandeln.

 

Weitere Eingriffe

Regelmäßig werden unter anderem folgende Eingriffe an unserer Abteilung durchgeführt:

  • Schilddrüsenoperationen
  • Sämtliche bauchchirurgische Eingriffe einschließlich onkologischer Operationen (Magenkarzinom, Dickdarm, Crohn, CU)
  • Operationen an der Bauchwand (Hernien konventionell und minimal-invasiv)
  • Laparoskopische Operationen (Appendektomie und diagnostische Laparoskopie)
  • Proktologische Operationen (Hämorrhoiden, Analfisteln, periproktitische Abszesse, Rektumprolaps, Marisken)
  • Varizenchirurgie

Leitung

Rosanelli Georg (00000000124)

Prim. Univ.-Doz. Dr. Georg Rosanelli

Vorstand der Abteilung für Chirurgie
Tadler Friedrich (133)

OA Dr. Friedrich Tadler

Facharzt für Chirurgie
Erster Oberarzt

Team

Roskaric Thomas_2617

OA Dr. Thomas Roskaric

FA f. Chirurgie
Jonak Robert_0853

OA Dr. Robert Jonak

FA f. Chirurgie
Weber Gregor_3117

OA Dr. Gregor Weber

FA f. Chirurgie
Gogg Rüdiger (00000000619)

OA Dr. Rüdiger Gogg

FA f. Chirurgie
Hubmann Matthias_3120

OA Dr. Matthias Hubmann

FA f. Chirurgie
Schweighofer Michael_2247

OA Dr. Michael Schweighofer

FA f. Chirurgie
Pizzera Christian_1216

OA Dr. Christian Pizzera

FA f. Chirurgie
Foto-ausstaendig

FA Dr. Erwin Mathew

FA f. Chirurgie
Oswald Silvia_0784

Ass. Dr. Silvia Oswald

Foto-ausstaendig

Ass. Dr. Christoph Skias

May Simone_0533

Dr. Simone May

Stationsärztin
Moser-Kanpp Elisabeth_1880

Dr. Elisabeth Moser-Knapp

Stationsärztin

Kontakt zur Abteilung für Chirurgie

Invalid Email