Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

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Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

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+43 (0)316 7063-1600

Herzlich Willkommen in der HNO Abteilung

Jeder Mensch ist als Person einzigartig, in seiner Lebensführung und in seinem Umgang mit Krankheit.

Das Leistungsangebot der HNO-Abteilung umfasst Diagnostik, konservative und operative Behandlungsverfahren.
Die HNO-Abteilung im Krankenhaus der Elisabethinen bietet neben dem breiten Spektrum der Leistungen auch einige spezielle Behandlungen an:

Mittelohr und Implantate

Wir behandeln Otosklerose im Mittelohr mittels Stapeschirurgie.
Bei hochgradiger Schwerhörigkeit klären wir ab, welche Art von Implantat den besten Erfolg verspricht.

Ästhetische Gesichtschirurgie

Plastische Operationen in der Nasenchirurgie, Ohrmuschelchirurgie und zur Entfernung von Hauttumoren werden an unserer Abteilung durchgeführt.

Schlafmedizin

PatientInnen mit Schnarchen und schlafbezogenen Atemstörungen werden umfassend diagnostiziert und therapiert.

Alle Leistungen der HNO Abteilung

Adenotomie/Tonsillotomie/Tonsillektomie

Die Adenoide (Rachenmandeln, im Volksmund auch „Polypen“) liegen hinter der Nase am Rachendach und bilden zusammen mit den Gaumenmandeln (seitlich am weichen Gaumen), den Zungengrundtonsillen und den sog. Seitensträngen an der Rachenseitenwand einen Ring an lymphatischem Gewebe. Diese „Grenzstation“ hat in den ersten Lebensjahren eine wichtige Funktion bei Spezialisierung des Immunsystems für die Infektionsabwehr.
Gerade im Kleinkindesalter befindet sich dieses lymphatische Gewebe im Mund-Rachenraum in einer besonderen Aktivitätsphase, die über Jahre nachlässt.

 

Adenotomie

Häufige Infekte der Rachenmandeln führen zur Vergrößerung/Schwellung und so zu behinderter Nasenatmung und Schnarchen. Die Ohrtrompete kann hier mit betroffen sein und durch die Funktionsstörung zu gehäuften Mittelohrentzündungen beitragen (Erguss/Leimohr). Die operative Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie) schafft hier eine rasche Beschwerdelinderung.
In Vollnarkose wird mit speziellen Instrumenten durch den Mund hindurch der Nasenrachen eingesehen und operiert. Die Blutstillung erfolgt über Einlage einer Tamponade, die mit Ende der OP entfernt wird oder durch „verschweißen“ (Elektrokoagulation) der blutenden Stellen. Zurück bleibt eine „Schürfwunde“, die gewöhnlich nach etwa 14 Tagen abgeheilt ist.
Die stationäre Aufnahme erfolgt üblicherweise nüchtern am Tag der Operation, die PatientInnen bleiben nach der Operation für zumindest eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus.
 

Tonsillotomie

Vergrößerte Gaumenmandel (Tonsillenhyperplasie) ohne immer wiederkehrende Entzündungen können zu Atmungsbehinderung mit Schnarchen, teilweise auch mit Atemaussetzern führen (manchmal mit verminderter Sauerstoffzufuhr). Tagsüber sind die Kinder oft unausgeschlafen, unkonzentriert und teilweise auch überdreht.
Andere Probleme können Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme mit Gedeihstörung, kloßige Stimme aber auch Fehlentwicklungen im Mund- und Kieferbereich sowie eine Neigung zu Mittelohrentzündungen sein. In diesem Fall kann die Gaumenmandel verkleinert werden (Tonsillotomie). Das verbleibende Mandelgewebe kann weiterhin die für Kinder wichtige Funktion in der Immunabwehr erfüllen, das Passagehindernis ist jedoch entfernt. Nachblutungen sind hierbei im Vergleich zu der klassischen Tonsillektomie, der Entfernung der Mandeln, seltener.
Auch bei diesem Eingriff kommen die PatientInnen am Operationstag nüchtern zur Aufnahme und bleiben für zumindest eine Nacht stationär.

 

Tonsillektomie

Stehen immer wiederkehrende akute Entzündungen der Gaumenmandeln mit oftmaliger Einnahme von Antibiotika (ab etwa 6 Episoden innerhalb der letzten 12 Monate und ab dem vollendeten 6. Lebensjahr), ist die Tonsillektomie, die komplette Entfernung der Gaumenmandeln, notwendig. Eine weitere Indikation für den genannten Eingriff sind Eiteransammlungen in der Tonsillenregion (sog. Peritonsillarabszeß) oder eine bösartige Erkrankung der Tonsille. Die Operation erfolgt ebenso in Vollnarkose, die Tonsillen werden hierbei mit entsprechenden Instrumenten aus deren Bett geschält. Die Blutstillung erfolgt mittels „Verschweißung“ (Elektrokoagulation), Unterbindung bzw. Umstechung (Naht) einzelner Blutgefäße. Auch hier bleibt, wie bei der Adenotomie eine „Schürfwunde“ zurück, die bei normaler Wundheilung innerhalb von zwei bis drei Wochen abgeheilt ist.
Die Aufnahme erfolgt nüchtern am Tag der Operation. Zur Überwachung und zur Einstellung einer optimalen Schmerztherapie bleiben die PatientInnen postoperativ für zumindest drei Nächte stationär.

Für alle genannten Eingriffe gilt es nach der Entlassung strikte körperliche Schonung einzuhalten und für entsprechende Schmerzmedikation zu sorgen. Üblicherweise erfolgt eine postoperative Kontrolle beim HNO Facharzt nach einer Woche.
Nach Tonsillektomie aber auch nach Tonsillotomie und Adenotomie kann es in seltenen Fällen aus dem Wundbett nachbluten. In diesem Fall empfehlen wir kühlende Maßnahmen im Nacken zur Erstversorgung und ehestmögliche Vorstellung in der nächstgelegenen Hals Nasen Ohren Klinik. Verhaltensregeln werden durch die betreuenden Mitarbeiter im Krankenhaus mitgeteilt, werden aber auch als Merkblatt zu Verhaltensmassnahmen  ausgehändigt.

Allergien

Allergien sind mittlerweile eine Volkskrankheit geworden. 15 % der Bevölkerung leiden an einer Rhinitis allergica, 12 % an einem atopischen Ekzem und 8 % an einem allergischen Asthma. Bei ca. 30-40 % der Bevölkerung kommt es unbehandelt in der Folge zum sogenannten Etagenwechsel.

Allergene sind Stoffe, die eine allergische Immunantwort auslösen. Die häufigste Form ist die IgE-vermittelte Typ I Reaktion, bei welcher es nach Erstkontakt zur Sensibilisierung kommt. Die Symptome (Augenjucken, Niesreiz, Jucken in der Nase, Husten) treten innerhalb kurzer Zeit auf und die Reaktionen können auf einzelne Organe begrenzt sein oder den gesamten Organismus betreffen.

Allergenquellen können natürlicher Art (pflanzlich oder tierisch) und chemischer Natur sein. Man unterteilt sie nach ihrem zeitlichen Auftreten in saisonale Allergene wie Pollen und Schimmelpilze (z.B. Frühblüher wie Birke, Erle, Hasel, Kräuter, Gräser, Pilzsporen) und ganzjährige Allergene wie Milben, Tierepithelien, Nahrungsmittel und Schimmelpilze.

In den letzten Jahren auch zunehmend beobachtet werden sogenannte Kreuzallergien, bei denen Patienten an gewissen Nahrungsunverträglichkeiten leiden, welche mit den Inhalationsallergenen in Zusammenhang gebracht werden müssen. z.B. kann ein Birkenpollenallergiker beim Genuss von Stein- und Kernobst, Nüssen und bestimmten Gemüsesorten wie Sellerie, Karotten oder Tomaten Reaktionen an der Haut (Rötung, Quaddeln) oder im Mund (wie z.B. geschwollene Lippen, Zungenschwellung) entwickeln oder sogar einen anaphylaktischen Schock erleiden.

Der Goldstandard um eine Allergie zu suchen bzw. den Verdacht einer Allergie zu bestätigen ist der PRICK-TEST nebst anderen Testverfahren wie z.B. Reibetest, Scratchtest und Intrakutantest. Hierbei werden auf der Haut allergenhaltige Lösungen aufgetragen und mit der auftretenden Hautreaktion dann etwaige Allergien bestätigt. In der Folge wird dann auch noch eine Blutabnahme gemacht, um eine RIST/RAST-Bestimmung durchzuführen.

Bei gegebener Klinik und bestätigten Allergien sollte dann so schnell wie möglich mit der Allergietherapie begonnen werden (am besten bereits nach Diagnosestellung im Kindesalter). Gerade am Sektor Allergietherapie hat es nämlich in den letzten Jahren enorme Entwicklungen gegeben. Symptomatisch werden die Allergiesymptome mittels Tabletten, Nasenspray und Augentropfen behandelt. Auf lange Sicht gesehen ist aber eine Hyposensibilisierung empfehlenswert. Diese Therapie wird über 3-5 Jahre durchgeführt. Der Patient kann zwischen subcutanen Injektionen (Spritzen unter die Haut) oder eine Sublingualtherapie (Tropfen oder Tabletten) wählen – allergieabhängig. Die Injektionen werden bei uns in der Allergie-Ambulanz alle 4-6 Wochen verabreicht; entscheidet sich der Patient für die Sublingual-Therapie, so erfolgt die Einnahme täglich zu Hause unter die Zunge. Die Allergenlösung wird dem jeweiligen Allergietest entsprechend individuell zubereitet und sollte 1 x tgl. über zumindest 3 Jahre eingenommen werden.

Die Erstverschreibung bzw. Ersteinnahme erfolgt unter ärztlicher Aufsicht bei uns in der Allergieambulanz, weitere Verschreibungen kann auch der jeweilige Hausarzt vornehmen. Für den Patienten fallen an Kosten alle 3 Monate eine Rezeptgebühr an.

Analgetikaintoleranz

Unter dem Krankheitsbild der Aspirintrias versteht man das gemeinsame Auftreten von Acetylsalicylsäureunverträglichkeit, nasalen Polypen und Asthma bronchiale.
Das Aspirin wurde bereits 1899 zur Behandlung von Fieber und Erkältungskrankheiten eingeführt, und schon bald darauf wurden einige Unverträglichkeitsreaktionen nach der Einnahme von Aspirin beschrieben.

Die Acetylsalicylsäure hemmt ebenso wie viele andere nicht-steroidalen Antirheumatika (z.B. Parkemed, Voltaren, Dolgit, Proxen, Ambene) die Cyclooxygensase, ein wichtiges Enzym im Abbauweg der Arachidonsäure.
Bei 0,3 % unserer Bevölkerung wird eine Unverträglichkeitsreaktion auf dieses Pharmakon beobachtet. Der Prozentsatz steigt bei Asthmatikern auf 10 % und bei Patienten mit einer Polyposis nasi auf etwa 15 %.

Bei Patienten, welche an einer Aspirintoleranz leiden, treten nach der Einnahme von Aspirin bzw. verschiedenen Schmerzmitteln (wie z.B. Voltaren) Symptome wie Augenjucken, Augenrinnen, Niesen, verstopfte Nase, Bronchospasmen und massive Atemnot auf. Sie klagen ganzjährig über Rhinitiden bzw. Rhino-Sinusitiden oder Asthma bronchiale sowie über  ständiges Nachwachsen ihrer Nasenpolypen.

Als einzig wirkungsvolle Therapie der ASS-Intoleranz gilt derzeit die adaptive ASS-Desaktivierung. Diese wird bei uns stationär über eine Dauer von ca. 5 Tagen unter Monitoring (Überwachung) durchgeführt. Bester Zeitpunkt für den Beginn ist 6-8 Wochen nach einer erfolgten Nasennebenhöhlensanierung.
Die Patienten erhalten tägl. 3 Aspirinlösungen zu trinken, die in ihrer Dosis langsam bis auf 500 mg gesteigert werden.
Individuell treten dann die bereits oben beschriebenen Symptome auf, jedoch nur in abgeschwächtem Ausmaß, da die Dosen langsam bis zur vollständigen Verträglichkeit gesteigert werden.
Als Erhaltungsdosis sollte der Pat. täglich 3 Tabletten Thrombo ASS 100 mg protect und anfänglich zusätzlich einen Magenschutz einnehmen. In der Folge reduzieren sich häufig die Beschwerden deutlich. Durch die tägliche Einnahme von Aspirin bessert sich dann die Lungenfunktion und einem Nachwachsen der Polypen wird entgegengewirkt.
Sollte die Aspirineinnahme länger als 48 Stunden unterbrochen werden, so muss wieder stationär die genannte Einstellung auf Aspirin vorgenommen werden.

Chronische Mittelohrentzündung

Im Mittelohr befinden sich drei Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel), die die Schwingungen der auf das Trommelfell auftreffenden Schallwellen auf das Innenohr übertragen.
Das Mittelohr ist über einen Gang, die so genannte Ohrtrompete (Tuba Eustachii) mit dem Rachen verbunden, um Druckänderungen im Mittelohr ( z.B. beim Tauchen oder Fliegen) auszugleichen.
Durch dauerhafte oder immer wiederkehrende Entzündungen des Mittelohres kann ein bleibendes Loch im Trommelfell (Perforation) entstehen.

Man unterscheidet zwei Formen der chronischen Mittelohrentzündung: Zum einen die chronische Schleimhauteiterung und zum anderen die chronische Knocheneiterung (Cholesteatom).

Zur Diagnostik gehört neben der Ohrmikroskopie und Hörprüfung eine Untersuchung des gesamten Hals-Nasen-Ohren-Traktes, insbesondere der Nase und des Nasenrachens aber auch der Nasennebenhöhlen, wenn hier Beschwerden vorliegen.
Eine chronische Mittelohrentzündung geht meist mit einer Hörminderung auf dem betroffenen Ohr einher. Im Hörtest (Tonschwellenaudiogramm) zeigt sich eine Störung der Schallübertragung im Mittelohr (Schallleitungsschwerhörigkeit).
Ein Cholesteatom entsteht, wenn äußere Schichten des Trommelfelles bzw. des Gehörganges in das Mittelohr einwachsen und den angrenzende Knochen schädigen. Bei dauerhaften Belüftungsstörungen mit Unterdruck im Mittelohr kann eine Einziehung des Trommelfelles in den Mittelohrraum entstehen. Die entstehende „Tasche“ kann sich dann selbst nicht mehr reinigen, es entsteht eine Entzündung (Knocheneiterung), die den umgebenden Knochen zerstört und so zu immer tieferem Vordringen der Trommelfelltasche in den Kochen führt. Begleitet wird das Geschehen durch einen feuchten Gehörgang („rinnendes Ohr“). Das Sekret hat einen eigentümlichen Geruch.

Die Behandlung einer chronischen Mittelohrentzündung besteht im Entfernen der entzündlich veränderten Schleimhaut bzw. des entzündeten Knochens durch operative Verfahren (Tympanoplastik) und Ersetzen des Trommelfelles durch körpereigenes Material (Knorpel – oder Muskelhaut).  

 

Otosklerose

Die Schallübertragung vom Mittelohr auf das Innenohr geschieht im Bereich des sog. ovalen Fensters über das letzte der drei Gehörknöchelchen (Steigbügel). Kommt es in diesem Bereich zu umschriebenen „Vernarbungen“ oder auch Sklerosevorgängen, so kann durch Fixierung des Steigbügels der Schall nicht mehr ausreichend übertragen werden. Es entsteht eine zunehmende Schwerhörigkeit. Dieser Vorgang wird Otosklerose genannt. Die Ursachen dieser Erkrankung sind unbekannt. Die Therapie der Otosklerose besteht in einer Teilentfernung oder kompletten Entfernung des Steigbügels. Es wird eine Prothese aus Metall zur Überbrückung der Störung eingesetzt. Die Folge davon ist eine Verbesserung des Hörvermögens. Dieser Eingriff wird unter Verwendung eines Operationsmikroskops durchgeführt. Häufig wird hierbei auch zur Entfernung der Verwachsungen der Laser eingesetzt.

Auch Vernarbungen im Bereich des Hammers und des Amboss können zu entsprechenden Beschwerden führen (dies wird aber nicht Otosklerose genannt). Analog wird hier das/die betroffenen Gehörknöchelchen entfernt und durch eine Prothese ersetzt, damit eine verbesserte Schallübertragung erfolgen kann.

 

Operationen der seitlichen Schädelbasis

Liegen Tumoren oder entzündliche Veränderungen im Felsenbein (Knochenbereich der das Mittelohr, Innenohr und Warzenfortsatz bildet und diese vom Gehirn trennt) vor, so können diese Krankheitsvorgänge durch Fortschreiten und Wachstum die angrenzenden Hirnhäute erreichen und zu einer langsamen Zerstörung aller Strukturen im Felsenbeinbereich führen.
Beispiel für derartige Erkrankungen sind z.B. Glomustumoren (gutartige Gefäßtumoren), Akustikusneurinome (gutartige Geschwülste des Gleichgewichtsnervenanteiles des Hör- und Gleichgewichtsnerven) oder chronisch fortschreitende Knocheneiterungen. Diese Veränderungen werden meist operativ entfernt, wobei der Zugangsweg zu diesen Erkrankungen nicht selten an den Strukturen des Mittelohres vorbei führt und für gewöhnlich auch hinter dem Ohr geschnitten wird. Je nach genauer Diagnose und Ausdehnung der Erkrankung werden mit dem Patienten die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten erörtert.

Implantierbare Hörsysteme

Schwerhörigkeit kann in Schallleitungsschwerhörigkeit  (bedingt durch Erkrankungen des äußeren Ohres, Trommelfellerkrankungen oder Mittelohrerkrankungen) und in Schallempfindungsschwerhörigkeit  (Erkrankungen des Innenohres, des Hörnervs, der zentralen Hörbahn oder der Hörrinde im Gehirn) eingeteilt werden (Kombinationen kommen häufig vor).

Für nahezu jede Ursache der Schwerhörigkeit kann in unserem Hause eine Therapieoption angeboten werden (siehe auch chronische Mittelohrentzündung), eine Ausnahme bilden lediglich die seltenen, so genannten „retrocochleären Hörstörungen“, welche durch Erkrankungen des Hörnervs, der zentralen Hörbahn oder der Hörrinde im Gehirn bedingt sind.

An unserer Abteilung werden drei verschiedene implantierbare Hörsysteme angewandt, um schwerhörigen Patienten zu helfen, denen weder durch herkömmliche Hörgeräte noch durch eine reine Operation an Trommelfell und Mittelohr (evtl. mit Prothese) ausreichend geholfen werden kann.

 

1. BAHA (bone anchored hearing aid)

Hierbei wird im Schädelknochen eine Titanschraube fixiert, an der ein spezielles Hörgerät angekoppelt wird. Dieses Gerät gibt über Knochenübertragung Schallereignisse an das Innenohr weiter.
Ein Vorteil von BAHA ist unter anderem, dass die Implantation auch in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchführbar ist. Die Operation kann also auch bei fehlender Vollnarkosetauglichkeit durchgeführt werden.

 

2. VSB (vibrant sound bridge)

Komponenten der VSB:
Bei der Ohr-Operation wird ein spezielles Schwingungselement als elektromagnetischer Wandler (FMT=floating mass transducer) an der Gehörknöchelchenkette fixiert oder direkt am Übergang zum Innenohr platziert.
Zum Ende der Operation wir die Empfängerspule, die die Signale zum Schwingungselement leitet, unter der Kopfhaut befestigt. Außer der Operationsnarbe ist außen nun nichts mehr sichtbar.
Nun wird durch den Patienten das „Hörgerät“, also die äußere Komponente (Audio Prozessor), mittels eines Magneten der implantierten Empfängerspule aufgesetzt.
Vor Kontakt mit Wasser kann das System bequem abgelegt werden.

Der Weg der Schallverarbeitung:

Schall wird vom Mikrophon des Audioprozessors aufgenommen und vom Audioprozessor selbst in ein elektrisches Signal umgewandelt. Dieses Signal wird an die Empfängerspule übertragen und über das Kabel ins Mittelohr zum FMT geleitet. Der FMT erzeugt aus dem elektrischen Signal mechanische Schwingungen im Mittelohr, welches den Schall ausreichend stark zum Innenohr weiterleitet. So wird ein ausreichend lauter Höreindruck erzeugt.

 

3. CI (Cochlea Implantat)

Bei hochgradiger Schwerhörigkeit ist ein CI die Rehabilitationsmaßnahme der Wahl. Ein CI ist einerseits bei Kindern mit angeborener, hochgradiger Schwerhörigkeit indiziert, welche durch spezielle, an unserer Abteilung durchführbarer Hörmessungen (OAE, BERA) bereits im Säuglingsalter erkannt werden kann. Um schwerhörigen Kindern den Spracherwerb ermöglichen zu können, ist die frühzeitige hörprothetische Versorgung mit Hörgeräten bzw. - bei entsprechendem Schweregrad - die Versorgung mit implantierbaren Hörsystemen wichtig. An unserer Abteilung wird die CI-Operation ab dem 2. Lebensjahr durchgeführt.
Andererseits kommt im Erwachsenenalter eine CI-Implantation bei erworbener, hochgradiger Schwerhörigkeit in Betracht, wenn eine Hörgeräteversorgung nicht mehr möglich ist.

Komponenten des CI:

Die äußere, abnehmbare Komponente besteht aus dem Sprachprozessor und der Sendespule, beide sind durch ein Kabel miteinander verbunden. Der Sprachprozessor wird ähnlich wie ein Hörgerät am Ohr befestigt. Die Sendespule ist magnetisch mit der unter der Haut implantierten Empfängerspule verbunden. Von der Empfängerspule führt ein Kabel, an dessen Enden Elektroden angebracht sind, bis in das Innenohr (Hörschnecke/Cochlea).
Alternativ gibt es seit einigen Jahren auch kabelfreie Versionen der abnehmbaren, äußeren Komponente, bei denen Sprachprozess und Sendespule in einem Gerät vereint ist.

Schallverarbeitung im CI:

Über ein Mikrophon am Sprachprozessor wird der Schall in ein elektrisches Signal umgewandelt, welches über das Kabel an die Sendespule übertragen wird. Das Signal wird nun auf die Empfängerspule übertragen und bis zu den Elektroden im Innenohr weitergeleitet. Hier werden nun die Hörnervenfasern durch die Elektroden direkt stimuliert.

Eine weiterentwickelte CI-Technologie wird in unserem Haus ebenfalls angeboten: EAS bedeutet „elektroakustische Stimulation“ und ist für eine spezielle Hörstörung geeignet, bei welcher der Patient im Tieftonbereich noch mit einem Hörgerät versorgbar ist.
So wird bei dieser Technologie besonders schonend für das noch bestehende Hörvermögen eine Kombination aus den zwei Hörsystemen (Hörgerät/CI) verwendet, die ein natürlicheres Klangerlebnis erzeugen kann.

Der Hörgeräteanteil ist in den Sprachprozessor des CI integriert. Der Mittel – und Hochtonbereich wird wie beim normalen CI elektrisch (E) verstärkt, der Tieftonbereich wird akustisch (A) verstärkt und so das Hörorgan stimuliert (S). Vorteile von EAS sind also u.a. ein Erhalt des Restgehörs und ein besseres akustisches Ergebnis – v.a. beim Hören von Musik.

Für alle hier vorgestellten Hörsysteme gilt, dass die Indikation zur Implantation an unserer Abteilung erst nach gründlicher Befunderhebung in enger Zusammenarbeit mit den Logopädinnen  unseres Hauses gestellt wird. Vorbefunde von niedergelassenen HNO-Fachärzten, welche die Patienten oft jahrelang betreuen, sind sehr hilfreich, um mit dem Patienten gemeinsam die richtige Entscheidung für eine mögliche Therapie zu treffen.

 

Zusatzinformationen/Links:

Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre (Larynx, Trache und Ösophagus)

Kehlkopf

Der gemeinsame Schluck-Atemweg teilt sich auf Höhe des Kehlkopfs. Die Atemluft gelangt jetzt über den Kehlkopf in die Luftröhre (Trachea) und weiter in die Lunge. Der Speisebrei wird entlang des Rachens (Pharynx) über die Speiseröhre (Ösophagus) in den Magen transportiert.

Eine wichtige Funktion des Kehlkopfs ist der Schutz der Atemwege vor Fremdkörpern bzw. Flüssigkeit/ Nahrung. Dies wird durch einen komplizierten Mechanismus während der Schluckaktes erreicht. Dabei kommt es zum Zurückklappen des Kehldeckels (Epiglottis) sowie zum Verschluss der Stimmbänder und der darüberliegenden Taschenfalten.
Eine weitere wichtige Funktion ist die Stimmerzeugung. Die Luft wird bei der Ausatmung durch die Stimmritze (Glottis) in Schwingungen versetzt, sodass eine Schallwelle erzeugt wird (primärer Kehlkopfklang oder Ton für die Stimme).

Leitsymptome für Erkrankungen des Kehlkopfs sind:

  • Störungen der Stimmbildung (Phonation): Bei Erkrankungen der Stimmlippen entsteht Heiserkeit
  • Störungen der Atmung: es entsteht Atemnot bei Einengung des Kehlkopfes oder der Luftröhre durch z.B. Fremdkörper, Schwellungszustände oder Tumore.
  • Störungen der Schluckfunktion: z.B. im Rahmen von neurologischen Erkrankungen (wie Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma), bei Tumoren oder nach operativen Eingriffen, Divertikel, Systemerkrankungen (Sklerodermie), psychogene Ursachen.

 

Speiseröhre (Ösophagus)

Ein häufig geäußertes Beschwerdebild im Halsbereich ist ein Fremdkörpergefühl, das sogenannte Globusgefühl.
Die Ursachen sind mannigfaltig und reichen von Sodbrennen, Allergien, funktionellen Stimmstörungen, Entzündungen, Halswirbelsäulenveränderungen, hormonellen Störungen (insbesondere Schilddrüsenerkrankungen), Nervenleiden (z.B. Mb Parkinson), verminderte Speichelproduktion bis zu Hindernissen oder Taschenbildungen im Rachen und Schlundbereich, wie Zysten, Divertikel (Aussackungen) oder auch Tumoren.

Wenn es nach einem ambulanten Therapieversuch zu keiner Besserung kommt muss die Ursache weiter abgeklärt werden. Dabei werden Röntgen sowie eine weiterführende Untersuchung in Narkose als Spiegelung von Schlund und Speiseröhre mit einem Rohr durchgeführt (starre Hypopharyngoösophagoskopie).
Eine weitere Domäne der starren Hypopharyngoösophagoskopie aber auch Tracheoskopie wie sie bei uns im Hause durchgeführt wird, stellt die Bergung von verschluckten bzw. steckengebliebenen Fremdkörpern (z.B. Münzen, Zahnprothesen, Knochenfragmente, Fischgräten) dar. Diese können, wenn notwendig, zerkleinert und unter Schutz des Rohrs zur Vermeidung weiterer Verletzungen aus Luft- und Speiseröhre entfernt werden.

Der Divertikeltherapie kommt in unserem Haus eine besondere Rolle zu. Beim Zenker-Divertikel handelt es sich um eine Schleimhautausstülpung durch eine muskuläre Schwachstelle am Übergang vom Rachen zur Speiseröhre. Nahrung und Tabletten etc. sammeln sich in dieser Tasche und führen zu immer wiederkehrendem Aufstoßen des Inhaltes und Fremdkörpergefühl (Kloß im Hals).
Bei der Operation wird endoskopisch die Form der Aussackung mit dem Laser so verändert dass sich Speisen/Tabletten nicht mehr ansammeln können sondern direkt weiter in die Speiseröhre gleiten.
Bei entsprechender Größe, wenn von innen endoskopisch keine ausreichende Linderung der Beschwerden erzielt werden kann, wird eine Divertikeloperation von außen durchgeführt.

Gut- oder bösartige Tumore im Rachen und Speiseröhrenbereich werden durch die genannten Verfahren in ihrer Größe eingeschätzt und die Diagnose durch eine Gewebeprobe gesichert.
In einer speziellen Tumorkonferenz („Onkologisches Tumorboard“) werden die Ergebnisse der Untersuchungen vorgestellt. Hier wird mit Kollegen aus anderen für die Erkrankung zuständigen Fachgebieten die beste Behandlung besprochen und geplant.

Nase und Nasennebenhöhlen

Zu den Funktionen der Nase und der Nasennebenhöhlen zählen unter anderem

  • der Schutz der tieferen Atemwege (Niesreflex, Filterfunktion, Bildung von Antikörpern gegen körperfremde Stoffe)
  • die Klimatisierungsfunktion (Reinigung, Erwärmung der Atemluft)
  • die Geruchswahrnehmung
  • der Beitrag zum Stimmklang (Resonanzraum)
  • der „Leichtbau“ der Nasennebenhöhlen (reduziert Gewicht des Kopfes)

Aufgrund der Mannigfaltigkeit der Funktionen können Störungen derselben zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Aber nicht nur die Funktion der Nase/der Nasennebenhöhlen kann fehlerhaft sein, es können auch „Formfehler“ der äußeren und inneren Nase bestehen, die zu einem starken Leidensdruck führen können. Dabei kann es sich um angeborene oder traumatisch erworbene Formfehler handeln.

An der HNO-Abteilung werden alle Operationen der Nase/der Nasennebenhöhlen durchgeführt.

Es handelt sich hierbei insbesondere um

  • Operationen von Fehlbildungen von Nase, Nasennebenhöhlen und des Gesichts (Nasenrückenfisteln, Zephalozelen, Dermoide, Choanalatresien)
  • Operationen der Nasenscheidewand (= Septumplastik)
  • Operationen der äußeren Nase (= Rhinoplastik; in Kombination mit Operation der Nasenscheidewand = Septorhinoplastik)
  • Operationen von Frakturen des zentralen (Nasengerüst-, Stirnhöhlenfrakturen) und lateralen Mittelgesichts (Kieferhöhle, Orbita, Jochbein, Jochbogen)
  • Operationen der Nasennebenhöhlen beichronische Nasennebenhöhlenentzündungen
  • „Nasenpolypen“
  • Muko-, Pyozelen (zystenähnliche Strukturen innerhalb des Nasennebenhöhlensystems)

Die erwähnten Operationen der Nasennebenhöhlen werden in aller Regel endoskopisch  angegangen. Bei bestimmten Indikationen wird von außen oder kombiniert operiert.

  • Operationen von Tumoren der äußeren Nase und des Gesichts
  • Operationen von Tumoren der inneren Nase und der Nasennebenhöhlen
  • Operationen von Pathologien der vorderen Schädelbasis

Wir sehen unsere Aufgabe gemeinsam mit der niedergelassenen HNO-Kollegenschaft insbesondere darin, durch gezielte diagnostische Untersuchungen die verschiedenen Erkrankungen der Nase/der Nasennebenhöhlen schnellstmöglich zu erkennen und einer geeigneten Therapie zuzuführen.

Unser Anliegen ist es, sowohl die konservative als auch die operative Behandlung so „radikal“ wie notwendig, dabei aber so schonend wie nur möglich zu gestalten.

Genauere Informationen zu allen angeführten Operationen erhalten Sie von Ihrem HNO-Facharzt, der Sie gegebenenfalls gerne in unser Haus überweisen wird.

Onkologie

Die Diagnostik und Behandlung bösartiger Erkrankungen (Krebs) im Kopf-Hals-Bereich ist ein klinischer Schwerpunkt unserer Klinik.

Die Diagnostik und Therapie erfolgt in unserer Klinik durch ärztliche Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Onkologie nach wissenschaftlich neusten Erkenntnissen. Die Planung der ganzheitlichen Therapie erfolgt in einer „Interdisziplinären“ Besprechung (Tumorboard).

Zum Spektrum gehören folgende Erkrankungen:

  • Krebs (bösartige Neubildungen) von
  • Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Nasenrachen, Nasennebenhöhlen,
  • den Speicheldrüsen,
  • der Haut im Kopf- und Halsbereich

Aber auch andere Tumore werden in der HNO-Abteilung diagnostiziert, z.B. bei Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs aber auch andere bösartige Erkrankungen der Kopf-Hals-Region.

 

Tumorboard

Die HNO-Abteilung stellt regelmäßig dienstags in einer Tumorkonferenz neu diagnostizierte Patienten vor. Im Rahmen der Fallbesprechungen wird ein vollständiges Therapiekonzept erarbeitet. Dabei sind neben unserer Klinik die Onkologische Klinik und die Klinik für Strahlentherapie des LKH Graz sowie das Pathologische Institut des LKH-West vertreten.

Bei Bedarf werden aber auch andere Fachdisziplinen mit hinzu gezogen, um die speziellen Aspekte der jeweiligen Erkrankung beleuchten zu können.

 

Therapie

Abhängig von den Entscheidungen im Rahmen der Kopf-Hals-Tumorkonferenz werden chirurgische, strahlentherapeutische oder onkologische Verfahren zur Anwendung gebracht. Auch neueste Studienkonzepte werden den Patienten zur Verfügung gestellt. Weitere Unterstützung in der Behandlung von Tumorpatienten steht uns durch die Abteilung für Schmerztherapie oder die Abteilung für Palliativmedizin im Krankenhaus der Elisabethinen zur Verfügung.
Wenn erforderlich, leiten wir in der HNO-Abteilung auch eine Behandlung mit Antikörpern ein, um gezielt Krebszellen zu schädigen.
Wenn notwendig, stellt der hauseigene Sozialdienst alle erforderlichen Kontakte her, um eine reibungslose Versorgung auch nach dem stationären Aufenthalt zu gewährleisten.

Die Tumornachsorge erfolgt in enger Absprache mit den behandelnden niedergelassenen HNO-Fachärzten u. a. im Rahmen unserer Tumorsprechstunde.
Neben der operativen Entfernung der Tumore liegt uns sehr daran, ein funktionell und ästhetisch akzeptables Operationsergebnis zu erzielen. Hier kommt die rekonstruktive Chirurgie zum Einsatz, in der Gewebe (Haut/Muskulatur) verpflanzt wird.

 

Hautkrebs

Auch Hautkrebs wird im Kopf- und Halsbereich durch unsere HNO-Abteilung behandelt. Hierbei handelt es sich um unterschiedliche Arten, deren Behandlung jedoch meist die operative Entfernung darstellt.

  • Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)
  • Basalzellkarzinom (Basaliom)
  • Plattenepithelkarzinom (Spinaliom)

Nach der vollständigen Entfernung mit Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe erfolgt in einem zweiten Eingriff der Verschluss der Operationswunde. Hierbei wird nach Möglichkeit über Hautverschiebung oder -verpflanzung aus der direkten Umgebung ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis erzielt, ohne Entstellung oder Verstümmelung der Patienten.
Die gilt insbesondere für die Region der Nase und der Ohrmuschel.

Pädaudiologie

Ist ein Spezialgebiet (Teilgebiet) der HNO-Heilkunde und Logopädie und beschäftigt sich mit „Hören“ im Kindesalter,  der Entwicklung des Hörens und der Sprache vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen.

Voraussetzung für eine adäquate Sprachentwicklung ist unter anderem ein gutes Hörvermögen.

Von einer Hörstörung beim Kind spricht man, wenn im Hauptsprachbereich (250 – 4000 Hz) ein Hörverlust von >20 dB besteht.

Hörstörungen können dauerhaft (angeboren oder erworben) oder vorübergehend (z.B. Ohrenschmalz auch Cerumen genannt, Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, dem Paukenerguss, oder einem Loch im Trommelfell) sein.

Wichtig ist eine frühzeitige Abklärung und entsprechende Versorgung.

 

Untersuchungen an unserer Abteilung:

Objektive Methoden:

hierbei ist keine selbständige Mitarbeit des Kindes erforderlich

  • Impedanzmessung (Tympanogramm mit Stapediusreflex)
  • Otoakustische Emissionen (OAEs)
  • Auditorisch – evozierte Potentiale (BERA –Hirnstammaudiometrie)
Subjektive Messverfahren:

Erfordern die Mitarbeit des zu untersuchenden Kindes

  • Reflexaudiometrie ca. ab dem 4. LM
  • Reaktions-/Verhaltensaudiometrie im Freifeld ca. ab dem 1. LJ.
  • Spielaudiometrie ca. ab dem 2. LJ.
  • Tonschwellenaudiometrie, Sprachaudiometrie ca. ab dem 3 LJ./4.-5.LJ.

Eine seitengetrennte Beurteilung des Hörvermögens ist nur bei Prüfung über Kopfhörer möglich.
An erster Stelle steht jedoch der klinische Befund also die HNO-Untersuchung. Ebenso wichtig ist eine genaue Anamnese.

 

Unsere Abklärung

  • HNO-Untersuchung ab Säuglingsalter
  • Neugeborenen-Hör-Screening  mittels OAEs, ambulant, Messdauer bei guten Untersuchungsbedingungen wenige Minuten

BERA

Messdauer ca. 30 Minuten, ambulant und stationär

  • bei Säuglingen im Schlaf möglich, wenn Voraussetzungen wie unauffällige Impedanzmessung vorliegen, also u.a. ein freies Mittelohr
  • in Narkose – im Anschluss an eine notwendige Operation wie Ohrreinigung, Paracentese, Adenektomie,....
  • oder bei Mehrfachbeeinträchtigung des zu untersuchenden Kindes, bei fehlender Kooperation, etc.

Ein operatives Vorgehen ist bei uns ab dem 2. LJ möglich.
Je nach Untersuchungsergebnis und Erfordernis wird eine Hörfrühförderung und Hörgeräteversorgung eingeleitet.

Hier bestehen gute Kooperationen mit vielen Hörfrühfördereinrichtungen in der Steiermark wie etwa:

  • Förderzentrum des Landes für Hör- und Sprachbildung am Rosenberggürtel (Graz)
  • Chance B (Gleisdorf)
  • MFZ – Steingruber (bei Wildon)
  • Auris (Deutschlandsberg)
  • Niedergelassenen Fachärzten und
  • Niedergelassenen Logopädinnen und Logopäden

Weiterführend kommen die subjektiven Messverfahren zum Einsatz wie:

  • Verhaltensaudiometrie
  • Tonaudiometrie
  • Spielaudiometrie
  • Sprachaudiometrie

Diese Untersuchungen sind auch einzeln zur Hörabklärung und Kontrolle der Effizienz einer Hörgeräteversorgung anwendbar.
Ist trotz intensiver Bemühungen aufgrund des Ausmaßes der Hörbeeinträchtigung oder anatomischen Gegebenheiten mit einem konventionellen Hörgerät kein adäquater Spracherwerb möglich, erfolgt die Beratung und Planung zu implantierbaren Hörsystemen wie das Cochlear Implantat, BAHA-System und Bone Bridge, welche ebenfalls an unserer Abteilung implantiert werden.

Postoperativ erfolgt eine kompetente Nachbetreuung mit unserer  Logopädie, die in den Gesamtprozess der Pädaudiologie fest miteingebunden ist.

Weiters ist auch eine Abklärung bei Verdacht auf auditive Wahrnehmung- und Verarbeitungsstörung möglich.

Zusatzinformationen: Logopädie Austria

Paracentese/Paukendrainage

Paracentese/Paukendrainage bedeutet Eröffnen des Mittelohres durch Punktion des Trommelfells bzw. zusätzlich Einsetzen eines Drainageröhrchens.
Eine chronische Entzündung der Ohrtrompete oder eine Verlegung der Öffnung, wie es bei vergrößerten Adenoiden und Tonsillen der Fall ist, führen zu einer Minderbelüftung des Mittelohres, Entstehen eines Unterdruckes  und nachfolgend zur Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell (Erguß/Leimohr).
Dies beeinträchtigt die Übertragung der Schallwellen auf das Innenohr, das eigentliche Hörorgan. Damit ist die Hörleistung beträchtlich eingeschränkt.
Um dies zu beheben wird die Paracentese, ein kleiner Schnitt, in den unteren Anteilen des Trommelfelles durchgeführt und das Mittelohrsekret abgesaugt. Im Normalfall heilt der Trommelfellschnitt innerhalb weniger Tage aus. Um ein vorzeitiges Verkleben, bei sehr zähem Sekret zu verhindern, wird eventuell auch ein Millimeter großes Drainageröhrchen (Paukenröhrchen oder auch Paukendrainage) eingesetzt. Dieser Eingriff ist bei Kindern häufig mit einer Adenektomie, Tonsillotomie oder Tonsillektomie kombiniert. Paukenröhrchen werden in der Mehrzahl von selbst abgestoßen, können aber auch operativ entfernt werden.
Bei Erwachsenen ist dieser Eingriff meist in örtlicher Betäubung möglich.

Plastische Operationen

Bei plastischen Operationen ist die Veränderung bzw. Wiederherstellung der äußeren Form das Ziel der Operation.

Man unterscheidet zwischen:

  • Ästhetischen Operationen
    als formverändernde Operationen mit dem Ziel einer Normalisierung des Erscheinungsbildes und der Funktion bei erhaltenen Strukturen an Kopf und Hals.
  • Rekonstruktive Operationen
    dienen zur Wiederherstellung verloren gegangener oder fehlgebildeter Strukturen des Kopf- und Halsbereiches durch Operation. Gründe können hier zum Beispiel Verletzungen, Tumorentfernungen oder Fehlbildungen sein. In diesen Fällen wird Gewebe wie Haut, Knorpel oder Knochen transplantiert, um z.B. Nase oder Ohrmuschel etc. wieder aufzubauen. Auch diese Eingriffe erfolgen unter ästhetischen Maßgaben.

Im HNO-Bereich werden plastische Operationen in der Nasenchirurgie (Rhinoplastik, Septorhinoplastik), Ohrmuschelchirurgie (Ohranlegeplastik) und zur Entfernung von Hauttumoren im Gesichtsbereich angewendet. Weiters können durch plastische Operationen Narbenkorrekturen oder Raffungen der Lider durchgeführt werden.

 

Rhinoplastik, Septorhinoplastik

Veränderungen der äußeren Form der Nase (Rhinoplastik) oder der Form der äußeren Nase und der Nasenscheidewand (Septorhinoplastik) können durch Verletzungen oder Varianten des natürlichen Wachstums hervorgerufen werden. Diese unerwünschten oder unästhetischen Formveränderungen an der äußeren und häufig auch der inneren Nase (Höckerbildung, Schiefnase, Sattelnase, Spannungsnase) gehen meist auch mit einer Funktionsstörung einher und werden mittels operativer Verfahren korrigiert.

 

Ohrmuschelanlegeplastik, Ohrmuschelplastik

Ziel ist die Korrektur von Formveränderungen der Ohrmuschel wie z.B. bei abstehender Ohrmuschel, teilweise anlagebedingt fehlender oder zerstörter Ohrmuschel nach Verletzung oder Tumoroperationen.

 

Lidoperation/Lidraffung (Blepharoplastik)

Treten Veränderungen in Form schlaffer oder unästhetischer Lider durch den natürlichen Alterungsprozess oder nach Tumoroperationen auf, so werden diese unter funktionellen und ästhetischen Gesichtspunkten korrigiert, überschüssige Haut und Bindegewebe werden nach Ausgangssituation entfernt oder eingebracht, um ein natürliches Erscheinungsbild zu erreichen. Weit ausgedehntere Eingriffe dienen zur Wiederherstellung und Rekonstruktion der Tränenwege.

 

Narbenkorrekturen

Nach Unfällen oder Operationen können verdickte Narben entstehen, die durch ihren Verlauf an Kopf und Hals auffallen und für die Bewegung beeinträchtigend sind. Durch entsprechende Schnittführung und Hautverschiebung kann in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung erreicht werden.

Schlafmedizin/Schnarchen bei Kindern und Erwachsenen

Schlafmedizinische Probleme und deren Diagnostik treten in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund des Interesses als Risikofaktor von Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Unsere Patienten mit Schnarchen und schlafbezogenen Atemstörungen werden in ein umfassendes interdisziplinäres Diagnostik- und Therapiekonzept eingebunden.
Hierbei orientieren wir uns an den Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSM).
Die Beurteilung des Nachtschlafes erfolgt durch eine Polygraphie. Bei besonderen Fragestellungen findet eine "Somnoskopie" statt, d.h. die Untersuchung der oberen Atemwege während eines medikamentös eingeleiteten Schlafes (Narkose).

Die HNO-ärztlichen Aspekte der Schlafmedizin werden an unserem Hause eng mit den therapeutischen Optionen der Inneren Medizin bzw. Pulmologie, der Neurologie und Psychiatrie, der Kieferchirurgie und der Kinderheilkunde verknüpft.
Derzeit sind Schlaflaborarbeitsplätze für nächtliche Schlafuntersuchungen (Polysomnographien) unseres Hauses in Planung.

Aus HNO-ärztlicher Sicht stehen dabei die Diagnostik und Therapie des Obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms (Atempausen im Schlaf) und des Schnarchens bei Kindern und Erwachsenen im Vordergrund. Durch eine Operation (z.B. Mandelentfernung, Weichgaumenreduktion oder Laserung des Weichgaumens) kann vielen unserer Patienten geholfen werden. Sollte eine Operation nicht ausreichenden Erfolg versprechen, so kann das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, das mit erhöhter Einschlafneigung und Tagesschläfrigkeit einhergeht, erfolgreich mit einer nächtlichen Überdruckbeatmung (nasales CPAP, BiPAP, auto-CPAP) behandelt werden. Auch diese Versorgung möchten wir unseren Patienten zukünftig anbieten.

Schwindel

Als Schwindel bezeichnet man eine Störung der räumlichen Orientierung des Menschen.

Hierbei besteht ein Widerspruch zwischen den Signalen der Sinnesorgane an die zentralen Stellen im Gehirn, die das Gleichgewicht regulieren. Das Gehirn erhält eine Meldung über eine Bewegung, die von anderen Sinnessystemen nicht gemeldet wird (Gleichgewichtsorgan, Auge, Muskelsehnenspindeln). 

Die genaue Untersuchung des Patienten und Erheben der Vorgeschichte der Erkrankung (Anamnese) helfen, die Ursache dieser Störung zu klären.

Je nach Sitz der Störungen kann man zwischen peripheren und zentral-vestibulären Problemen unterscheiden. Ursachen können entzündliche Veränderungen (Neuritis vestibularis), Durchblutungsstörungen oder Innenohrerkrankungen (z.B.Morbus Meniere) sein.

 

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel

Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch einen sehr plötzlichen Sekunden bis Minuten dauernden Drehschwindel, der beim Hinlegen, Aufstehen oder sehr raschen Kopfbewegungen auftritt. Ursache sind in den Bogengängen des Gleichgewichtsorganes zirkulierende „Steinchen“ (sog. Otolithen), die sich von den dort befindlichen Sinneszellen des Gleichgewichtssinnes gelöst haben.
Die Behandlung erfolgt durch ein sog. Befreiungsmanöver, das diese Partikel aus dem Bogengang entfernen soll. Die Prognose ist gut.

 

Neuritis vestibularis

Dieses Beschwerdebild ist durch einen tage- bis wochenlang permanent andauernden Drehschwindel charakterisiert. Als mögliche Ursachen werden vorübergehende Infekte oder Durchblutungsstörungen vermutet. Die Erkrankung weist eine deutliche Selbstheilungstendenz auf, die man durch Medikamente zu verstärken sucht. Wesentlich ist die Übungsbehandlung durch die Patienten selbst (Schwindeltraining).

 

Morbus Meniere

Diese Erkrankung ist durch Stunden dauernde Drehschwindelattacken gekennzeichnet, die mit einer Hörverminderung und einem Ohrgeräusch einhergehen (klassische Trias der Symptome). Ursächlich kommt es zu einer Störung der Elektrolytverteilung in den Räumen des Innenohres. Zur Behandlung der Beschwerden bieten sich Medikamente an, so dass nur in sehr seltenen Fällen eine operative Entfernung von Teilen des Innenohrs durchgeführt werden muss. Die Erkrankung schreitet langsam über Jahre hinweg fort und kann auch beide Seiten betreffen.

Speicheldrüsenerkrankungen

Man unterscheidet im Kopfbereich zwischen den großen Speicheldrüsen (Glandula parotis = Ohrspeicheldrüse; Glandula submandibularis = Unterkieferspeicheldrüse, Glandula sublingualis = Unterzungenspeicheldrüse) und den kleinen Speicheldrüsen, die eingestreut in fast allen Regionen der Mundschleimhaut vorkommen.

Alle großen Speicheldrüsen können akute oder chronische Entzündungen, Steinbildungen oder Tumoren = knotige Veränderungen (sowohl gutartiger als auch bösartiger Natur) aufweisen. Am häufigsten sind entzündliche Erkrankungen an der Submandibularisdrüse, während Tumoren (meist gutartige Knoten) an der Ohrspeicheldrüse dominieren.

Man kann akute oder chronische Entzündungen unterscheiden, wobei letztere mit der Zeit zu Veränderungen im Aufbau und in der Funktion der Drüse führen und damit zu wiederkehrenden Problemen (wie Schmerzen, Schwellung, Mundtrockenheit) führen können.

Akute Erkrankungen der großen Speicheldrüsen können medikamentös sehr gut behandelt werden, während chronische Entzündungen oder Tumoren meist zu einer operativen Entfernung der gesamten Drüse führen. Bei den Tumoren der Speicheldrüsen kann man die viel häufigeren gutartig verlaufenden Erkrankungen von den selteneren bösartigen Tumoren unterscheiden.
In beiden Fällen ist die operative Entfernung der Drüse nötig.

Tinnitus

Tinnitus ist die Wahrnehmung oder Empfindung eines Tones oder Geräusches ohne akustische Stimulation von außen.

Der Tinnitus lässt sich einteilen betreffend

  • der Art des zeitlichen Verlaufs: 
    • akut (bis 3 Monate) 
    • chronisch (3 Monate u. darüber hinaus)
  • der Art der Wahrnehmung: 
    • subjektiv (nur vom Betroffenen selbst hörbar) 
    • objektiv (kann auch vom Untersucher gehört werden)
  • der Art der Entstehung: 
    • äußeres Ohr; Mittelohr; Innenohr; Hörnerv; zentrales auditorisches System
  • der Art des Schweregrades:
    • Grad 1 (kein Leidensdruck)
    • Grad 4 (größter Leidensdruck; Dekompensation)

 

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass das Auftreten eines Tinnitus in jedem Lebensalter möglich ist, generell ist die Häufigkeit in den letzten 30 Jahren drastisch gestiegen. Womöglich sind hier auch psychische Belastungssituationen in Kombination mit fehlender bzw. falscher Stressbewältigung mitbeteiligt.

Des weiteren können aber auch sämtliche organischen Entzündungsprozesse, Herz-Kreislauferkrankungen, endokrinologische Veränderungen, tumoröse oder neurodegenerative Veränderungen des Gehirns, rheumatologische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Wirbelsäulenerkrankungen, Gefäßfehlbildungen, medikamentös bedingte Nebenwirkungen und/oder Interaktionen, Lärmschädigungen, Schädeltraumata,  Kiefergelenksprobleme oder schließlich eine bestehende Schwerhörigkeit selbst die Entstehung eines Tinnitus begünstigen.

Somit ist Tinnitus keine eigenständige Erkrankung oder Diagnose im eigentlichen Sinne, sondern ein Symptom unterschiedlichster Ursachen.

Die Therapie erfolgt nach anerkannten und erprobten Richtlinien. Grundsätzlich wird zunächst eine orale Medikation mit Cortison begonnen, bei ausbleibender Besserung wird zusätzlich eine Cortison-Verabreichung durch das Trommelfell (intratympanale Instillation; ITI) in das Mittelohr durchgeführt. Dieser Eingriff kann 3 mal, in Ausnahmefällen bis zu 5 mal durchgeführt werden, wobei der erste Eingriff eines stationären Aufenthalts von zwei Tagen erfordert, die weiteren Verabreichungen werden in der Regel tagesklinisch durchgeführt.
Nur noch in ausgenommenen Einzelfällen wird eine Infusionstherapie über mehrere Tage zu erwägen sein.

Wir wollen abschließend erwähnen, dass eine „Heilung“ Ihres Tinnitus, also das vollständige „Erlöschen“ desselben, nicht immer erreicht werden kann. In vielen Fällen kann jedoch eine Linderung des Leidensdrucks erzielt werden, vereinzelt kann der Tinnitus aber auch unverändert bestehen bleiben. Auch in solchen Fällen stehen wir für Sie weiterhin zur Verfügung um den Umgang mit dem Ohrgeräusch zu erlernen. Wir arbeiten eng mit Psychosomatikern und Psychologen zusammen, die mit dem Patienten gemeinsam verhaltensändernde und psychologisch- unterstützende Maßnahmen erarbeiten.

 

Zusatzinformationen/Links:

Leitung

Tilman Keck, Vorstand der HNO-Abteilung

Prim. Prof. Dr. Tilman Keck

Vorstand der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Grün Philipp (00000000614)

OA Dr. Philipp Grün

Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Erster Oberarzt

Team

Gollmann-Dagmar2_3424

OA Dr. Dagmar Gollmann

FA für HNO
Mairhofer Reinhold_2291

OA Dr. Reinhold Mairhofer

FA für HNO
Steinwender Patricia_0648

OA Dr. Patricia Steinwender

FA für HNO
Wyletal Martin_2773

OA Dr. Martin Wyletal

FA für HNO
Tritthart Stefan_2338

OA Dr. Stefan Tritthart

FA für HNO
Potzinger Peter_0894

OA Dr. Peter Potzinger

FA für HNO
Keil Klaus_0792

FA Dr. Klaus Keil

FA für HNO
Tabernig Samuel_3306

Ass. Dr. Samuel Tabernig

Noori Bejian_3340

Ass. Dr. Bejian Noori

Haid Markus_1950

Dr. Markus Haid

Stationsarzt

Kontakt zur HNO-Abteilung

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