Seit 2020 begleitet Therapiehündin Faye ihre Besitzerin und Psychologin unseres Hauses, Mag.a Kriebernegg-Kargl, zweimal wöchentlich auf die Palliativstation und ins Hospiz St. Elisabeth. Das Therapeutenteam Hund-Mensch besucht Patient/innen und deren Angehörige auf deren Wunsch.

Warum wird ein Therapiehund im Krankenhaus eingesetzt? Bei Patient/innen, die schwerkrank sind, vielleicht am Ende ihres Lebens stehen, bringt Faye ein Stück Alltag in einen manchmal bereits lange andauernden Krankheitsweg. Der Therapiehund begegnet allen Menschen, vorurteilsfrei und wertfrei. Faye ist freundlich, zugänglich und unvoreingenommen. Durch die Anwesenheit eines trainierten Therapiehundes wird eine entspannte, beruhigende Atmosphäre geschaffen, in der auch die Einbeziehung der Angehörigen in den Krankheitsverlauf erleichtert wird. Faye bietet auch dem Personal der Stationen, das mit vielen Herausforderungen konfrontiert wird, die Gelegenheit kurzfristig eine Stressreduktion zu erfahren.
Das Tier kann Trost für Patientinnen, Patienten und deren Angehörige spenden, es ist ein Brückenbauer für die Erleichterung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten und somit eine Hilfe bei der Trauerarbeit. Auch das Kontaktliegen ist eine, von Patient/innen meist als angenehm empfundene Form der basalen Stimulation, bei der der Patient oder die Patientin das Fell, die Wärme des Tieres, die Atembewegung und dessen Herzschlag wahrnehmen kann.

Mag.a Kriebernegg-Kargl mit Therapiehündin Faye

Der Fokus im Therapeutendreieck Patient/in-Hund-Psychologin legt seine Schwerpunkte auf die Befindlichkeitsverbesserung, Angstreduktion und Gesprächsinhalte, die ohne Anwesenheit des Therapiehundes in dieser Form sonst nicht gezeigt werden. Oftmals erinnert sich ein Patient/innen an die Tiere, mit denen er lebte, Geschichten werden erzählt, es kann gelacht und getrauert werden. Faye ist da, tröstend, akzeptierend – eine Erfahrung, die für Patientinnen und Patienten in diesem Lebensabschnitt nicht mehr selbstverständlich ist. Faye ist kein Allheilmittel, aber durch den gezielten Einsatz eines Therapiebegleithundes kann  auch im Umgang schwerstkranken und sterbenden Menschen Erstaunliches erreicht werden. In manchen Fällen mag es „nur“ ein entspanntes Lächeln sein, was dann wie an ein kleines Wunder grenzt. In der Palliativversorgung von Patient/innen in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien steht schwerpunktmäßig der psychologische Effekt der tiergestützten Therapie  im Vordergrund. Es geht um die Verbesserung des seelischen Wohlbefindens und die Förderung der Kommunikation in einer das Leben bedrohenden Situation.
Manchmal ist das Therapieziel ausschließlich eine Verbesserung der Lebensqualität für ein paar Minuten. Unter dem Leitgedanken der Hospizidee:

„Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben” – Dr. Cicely Saunders (Pionierin der modernen Hospizarbeit)

Die tiergestützte Therapie ist ein komplementäres Behandlungsverfahren, das in hohem Maße auf Lebensqualität abzielt und insbesondere Menschen in leidvollen Lebenssituationen mit oftmals  gravierenden Funktionsverlusten die Möglichkeit bietet, in einem geschützten Rahmen nochmals Wertschätzung und Selbstwirksamkeit zu erfahren.